Werte Leserinnen und Leser!

Nach einer Abmahnung und Geldforderung in Höhe von knapp 1.700 Euro wegen Urheberrechtsverletzung, bzw. Veröffentlichung/Vervielfältigung von geschütztem Bildmaterial war hier die Stimmung und Motivation in Anbetracht der geforderten Summe schon auf einem Tiefpunkt. Dies insbesondere deshalb, da die Verwendung des betroffenen Bildes meinerseits 2013 beim Urheber angefragt und mir von dessen Seite (unverändert und mit Anzeige und Verlinkung von und zu Künstler und Fotografen) gestattet wurde. Ein 2015 gegründetes Unternehmen – Great Bowery (Deutschland GmbH) – welche durch den Kauf von Bildarchiven offenbar seitdem die Rechte innehält, klagt nun auf Schadensersatz. Die E-Mail von Seiten des Künstlers liegt mir leider nicht mehr vor, auch eine Kontaktaufnahme blieb bis dato ohne Antwort.

Vorausgegangen war dieser Abmahnung/Forderung bereits ein Vorfall im letzten Jahr, welcher sich aber als sachgrundlos herausstellte – aber dennoch Energie und letztlich auch einen kleinen Betrag zum Zwecke der gütlichen und vor allem zeitnahen Einigung kostete. Daraufhin erfolgte eine gründliche Prüfung von allem genutzten Bildmaterial, bzw. der daraus entstandenen Bildcollagen hinsichtlich der gesetzlich geschützten Nutzung im Sinne von §24 des Urheberrechtsgesetzes. Das oben genannte Bild blieb, da ich mir der Nutzungserlaubnis sicher war.

Nach einer E-Mail vom Samstag (07.09.) von Seiten eines Lesers und Rechtsanwaltes wurde die Stimmung nun nicht sonderlich angehoben. Demnach liegt derzeit ein Fall vor, in dem ein (geschütztes) Bildelement innerhalb einer Collage/Bildmontage abgemahnt wird – wobei der Kläger anführt, dass sein Werk das Bild maßgeblich gestalte und zusätzliche Elemente die Schöpfungshöhe (und damit den Eigenwerkcharakter nach §24 UrhG) nur unwesentlich fördere und letztlich nicht gegeben sei. Bemerkt wurde hierin zwar auch, dass die Erfolgsaussichten für den Kläger nicht auf hohem Niveau rangieren (ein diesbezügliches Urteil des BGH ist mir bekannt), aber am Ende eben doch Kosten für sein Tun beglichen sein wollten – es sei denn, man lässt es auf eine zivilrechtliche Klage ankommen, gewinnt und der Kläger hat die Kosten zu begleichen.

Bei allem genutzten Bildmaterial zum Zwecke der Erstellung von Collagen/Bildmontagen (99% der auf dieser Site genutzten Bildinhalte) gestattete ich mir diese nach §24 des Urheberrechtsgesetzes im Sinne der Parodie als selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes Dritter geschaffen worden ist, ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes zu veröffentlichen.

Da jeder der rund 300 Artikel zu Illustrationszwecken mit einem Artikelbild versehen ist und ein jedes Artikelbild entweder aus einer Montage/Komposition einer Vielzahl von (z. T. verfremdeten) Einzelelementen besteht und es offenbar auf Basis rechtlich recht unbestimmbarer, zumindest aber auslegbarer und sich zusehends verändernden Grundlagen zumindest möglich ist auch ein Bildelement urheberrechtlich zum Gegenstand einer Abmahnung machen zu können...

...habe ich beschlossen hinsichtlich von mit Abmahnungen verbundenem Stress einen ruhigen Schlaf meinen satirischen (Bild-)Ambitionen und einem finanziellen Ruin vorzuziehen – und die Seite zunächst vorübergehend vom Netz zu nehmen, denn selbst wenn das Recht grundsätzlich auf meiner Seite ist, so ist doch dessen Verteidigung im Abmahnungsfall mit finanziellem Aufwand verbunden und kostet zudem Aufmerksamkeit und Energie, die ich als Freiberufler an anderer Stelle benötige.

Warum? Auch wenn spätestens seit letztem Jahr ausschließlich unter entsprechender Lizenz zur freien Bearbeitung stehendes und einwandfrei lizenzfreies Material zum Zwecke der Erstellung von Artikelbildern genutzt wird, ist es mir zeitlich unmöglich für alle 300 Bilder nochmals alle Einzelbestandteile zu recherchieren und diese zum Zwecke rechtlicher Absicherung unterhalb der Grafiken urheber- und lizenzrechtlich einwandfrei zu benennen, zu kennzeichnen und zu verlinken (Urheber + Lizenz). Pro Bild veranschlage ich hierfür gut 1 Stunde – inklusive der Einpflege der Nennung der Bild-Element-Rechte und -Lizenzen. Will ich ganz sicher gehen, so bedarf es des vollständigen Austauschs von unfreien Bildelmenten mit definitiv lizenzfreiem Bildmaterial – womit dann gut 1,5 bis 2 Stunden zu veranschlagen sind, denn hinsichtlich der Bildgestaltung spielt hier auch ein künstlerischer Anspruch eine Rolle.

Selbstverständlich ließen sich alle Texte ohne komponiertes Bildmaterial veröffentlichen. Aber mal ehrlich: Wie attraktiv wäre diese Seite ohne Illustrationen/Collagen – die zudem Spaß und Freude bereiten sollten? Zumindest im Augenblick erscheint mir das nicht als ansprechende Alternative.

Diese Entscheidung ist just schmerzlich, denn hinter DER ZEITSPIEGEL (von 2010 bis 2014 unter dem Namen Verquer.Org unterwegs) stehen tausende von Stunden von technischer, vor allem aber text- und bildkreativer Arbeit, sowie – im Falle von politischer Satire – Ideale und damit verbundene Kritik, die ich im Rahmen von Satire oder auch eines rein kritischen Kommentars äußerte. Der Rekord für einen Text liegt übrigens bei 16 Stunden, der Rekord für ein Bild bei 6.

Zu keinem Zeitpunkt habe ich bei diesem Tun Urheberrechte Dritter verachtet bzw. in den Wind geschlagen, noch diente die Website als wirtschaftliche Einnahmequelle. Dies auch hinsichtlich des Gedankens, dass eine Kommerzialisierung der Seite in rechtliche Gefilde führt, die nicht ohne sind. Allein dieser Gedanke – namentlich der als nicht-kommerzieller Blog keinerlei rechtliche Ansprüche bzw. finanziellen Schadensersatzforderungen zu wecken, da keine finanzielle Wertschöpfung durch die Nutzung von Inhalten Dritter stattfindet – erwies sich nun als falsch.

Gegenwärtig macht es keinen Unterschied, ob mit Inhalten Dritter Geld verdient wird – was tatsächlich einen Schaden für Dritte bedeuten würde – oder nicht. Zumindest ist es aber im Augenblick so, dass selbst die Nennung des Urhebers und dessen Verlinkung nach Freigabe durch denselben nicht vor Abmahnung durch einen Urheberrechts- und/oder Lizenzinhaber (jenseits des Urhebers) schützt.

Vielleicht ist das im Augenblick eine Überreaktion, doch ich bitte um Verständnis, dass mir die hier genannten Überlegungen und Fakten hinsichtlich des Wunsches nach Ruhe vor der Gefahr von Abmahnungen und meiner finanziellen Belastbarkeitsgrenzen derzeit keine Wahl lassen.

Es grüßt Sie

Falko Knizia (Der, wo schreibt)

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Falko Knizia
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