Mit selbstloser Begeisterung ob der seit 1. Januar geltenden Mindestlohnerhöhung in Höhe von 35 Cent weiß die Bundesregierung den zunächst vielleicht geringschätzbaren Betrag in eine – das unfassbare Glück erfahrbare – Dimension zu transferieren:

Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet das eine Lohnerhöhung von etwa 790 Millionen Euro 2019.

Quelle: Bundesregierung

In einem regelrechten Sturm der Freude ob oben genannter Summe begannen bereits in der Nacht zum 2. Januar allein die Onlinebestellungen von Aktien- und Goldanlagen die Server namhafter Anbieter zu überlasten. Immobilienmakler verzeichnen seit 3 Tagen einen signifikanten Auftragseingang. In Duisburg bildeten sich vor den Maklerbüros Schlangen von bis zu 3 Kilometern Länge. Umzugsunternehmen brechen unter der Last von unzähligen Vorreservierungen zusammen. Viele Mindestlohnempfänger bereiten sich scheinbar auf einen Neuanfang in besserer Wohnlage vor.

Mindestlohnerhöhung

Jede Stunde um 35 Cent glücklicher (brutto): Günter Busch

Günter Busch aus Bottrop genießt den Augenblick: "Ich weiß gar nicht wohin mit der Knete", und lässt die Kupfer- und Messingmünzen in seiner Hand sanft aneinandergleiten und samtig leise klirren. Schon jetzt hat sich sein Leben nach eigener Aussage grundlegend verändert: "Ich sehe der nächsten Strom- und Gaspreiserhöhung deutlich gelassener entgegen", so Busch.

Verärgert zeigt sich Busch hinsichtlich der vergangenen Bahnstreiks: "Wenn die einfach mal abwarten würden. Man sieht doch, was man davon hat, wenn man nichts tut und einfach mal den Rand hält – zum Beispiel in meinem Zweitjob als Spülhilfe."