oder Besuch aus den Staaten?

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Es beginnt zu nerven. Da erscheint der Aussenminister des Iran, Mottaki, auf der Münchner Sicherheitskonferenz und erhellt den Anschein der Kompromissbereitschaft im fortwährenden Atomstreit, um die Lichter gleich wieder auszumachen. Dann stürmt unvermittelt ein schlecht gekleideter Straßenkehrer mit Migrationshintergrund vor ein Mikrophon, outet sich als Staatspräsident und ordnet die Anreicherung von Uran im hauseigenen Reaktorteich an. Mal dürfen Kontrolleure der IAEA in die Stätten der Nuklearforschung des selbsternannten Gottesstaates, um sich nur Wochen später vor verschlossenen Türen eben dieser Einrichtungen in der Mittagssonne die Beine in den Bauch zu stehen und sich einen entsetzlichen Sonnenbrand einzufangen. Schlussendlich taucht dann an anderer Stelle auch noch unvermittelt eine komplett unbekannte Nukleareinrichtung im Wüstensand auf, als wäre es das natürlichste auf der Welt, das die Dinger da einfach so herumstehen.

Mein Lieberman, das kann ja heiter werden. So empfand wohl auch gleichnamiger US Senator und packte gleich mal "Butter bei die Fische" und redete unumwundenen Klartext: Wenn das Gebocke nicht aufhört, gibt’s Klatsche! Die Pläne dafür liegen schon seit geraumer Zeit in einer außenpolitischen Umkleidekabine für bis dato geduldige Verhandlungsführer im Pentagon. Zur Zeit ist man in Washington zwar noch mit Schneeschippen beschäftigt, aber sobald das Tauwetter einsetzt, habe man wieder Zeit für eine Offensive, verlautet es aus Regierungskreisen.

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Insgesamt muss man sich natürlich die Frage stellen, ob ein Land wie der Iran nicht wirklich das Recht hat, sein Uran selbst einem Tuning zu unterziehen, andererseits ist die Befürchtung, die Herren Mullahs könnten im Falle der Täuschung und des anschließenden Besitzes von Atomwaffen völlig ausrasten, nicht von der Hand zu weisen. Allerdings verfügt Pakistan – ein Staat von dessen innenpolitischer Stabilität nur gesprochen werden kann, wenn man ohnehin nicht vorhat, ernstgenommen zu werden – bereits über Nuklearwaffen, worüber sich nicht wirklich jemand aufregt. Das mag daran liegen, dass zeitweilig mehr CIA-Agenten in Pakistan mitmischen, als Mücken im Spätsommer Finnlands. Eine wirkliche Sicherheitsgarantie ist das allerdings nicht.