Mensch, Mensch. War ja knapp. Und wir hatten uns so gut vorbereitet. Erst war'n wir noch einkaufen. Was man so zum Überleben braucht: Alkoholika, Tabak, Pferdepfleisch-Lasagne, Erdnüsse und Handtücher. Alles andere hätten wir nach dem Einschlag aus den Trümmern geborgen. Nach dem Vorboten gestern, der da im Ural runtergekommen ist, waren wir klar der Überzeugung, dass wir schon angezählt wurden. Da hieß es Flagge zeigen und Leinen los. An einem Freitagabend sowieso ein Gebot der Stunde. Aber dieser Abend hatte etwas Besonderes.

Der Weltuntergang letztes Jahr hat uns da weniger beeindruckt. Zuviele Miesepeter die darauf warteten, dass sich etwas ändert und sich dabei auch noch auf einen Kalender berufen haben, der kurz vor Weihnachten den Geist aufgab und nicht mal in zartem Grau die folgenden Tage anzudeuten wusste. Schlamperei. Aber was will man von ausgestorbenen südamerikanischen Geheimniskrämern auch erwarten. War klar, dass da nichts passiert. Ist wie mit einem Sechser mit Lotte: Großes Bohai und keiner kommt, wenn sie mal zusagt.

Vorbeiflugsreflexionen

Naja. Gerade eben ist der 60-Meter-Brocken an uns vorbei gerauscht. Da fliegt der Bursche Millionen von Meilen durch das All und scheint als einer der wenigen Gesteinsbrösel zumindest den Hauch einer Vision zu haben und? Verpasst die blaue Kugel mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es das Natürlichste im Universum, nicht mal mit einem bewohnten Planeten zu kollidieren. Man könnte fast meinen da draußen herrsche mehr Höflichkeit als hienieden. Hier unten setzen sich zwei Eumel in Bewegung und wenn es nur eine unmögliche Wahrscheinlichkeit gibt, dass diese zwei Gestalten zusammenstoßen könnten, dann werden sie das mit treffsicherer Genauigkeit auch tun. Murphy's Law. Ja, hier unten hat noch alles seine Ordnung. Da draußen ist auf nichts mehr Verlass.

Wir waren uns so sicher. Haben doch erst ein paar Schatten auf kath.net (Kommentare) festgestellt, dass speziell hier im deutschsprachigen Raum die Hölle fußgefasst hätte – nachdem wir den Papst vom Stuhl geekelt hatten. Dafür haben wir uns dann ja auch geschämt. Doch sympathisch war er uns nie. Nach seiner Wahl und den ersten Fernsehbildern fielen uns gleich seine äußerst markanten schwarzen Augenränder auf, als hätte der Tod persönlich Graffiti am lebenden Objekt geübt. Außerdem hatten wir uns die Rückeroberung Roms ein wenig martialischer, ein bisschen deutscher vorgestellt. Aber gut. Ist ja auch schön, wenn es dafür keiner kostspieligen Fliegerstaffeleinsätze bedarf. Die Reisekasse der Bundeswehr ist schon knapp genug bemessen. Reicht ja hinten und vorne nicht für einen anständigen Feldzug.

Panzer haben wir ja auch nicht mehr so viele. Alle an die Araber verscheuert. Die kaufen echt alles. Wir sind gespannt, wann ihnen auffällt, dass wir da alte KDF-Motoren verbaut haben. Jetzt wollen sie noch Patrouillenboote kaufen. Haben wohl schiss, dass ihnen jemand die übermalten Rostlauben vom Strand aus wegschnappt. Haben ja ordentlich Strand, die Saudis. Zieht sich durch das ganze Land. Vor den Pilgerströmen sollen sie es ja mal mit Tourismus versucht haben. Nachdem aber die ersten Pauschalreisenden nicht mehr vom "Strand" zurückkehrten und die Hotelrechnung nicht beglichen, haben sie's bleibenlassen. Wie es das Schicksal so wollte haben sie auf der Suche nach verschütteten Touristen Öl gefunden. Vermutlich die Überreste vorzeitlicher Reisegruppen. Von den Einnahmen kaufen sie eben Panzer. Und züchten Pferde. Mögen aber die italienische Küche nicht.

Wie kamen wir jetzt darauf? Achso! Asteroiden, Weltuntergang, Papst, Pferdewurst am Strand. Lotte hat jetzt 'ne Pizza bestellt. Aber keine Speziale! Da sind wir inzwischen vorsichtig.