Dinosauriersterben Folge von Depressionen: Asteroideneinschlag löste erstes Burnout-Syndrom der Erdgeschichte aus

Paläontologische Psychologie: War das Aussterben der Dinosaurier die Folge einer depressiven Verstimmung?

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Als vor 65 Millionen Jahren die Halbinsel Yucatan von einem Asteroiden getroffen wurde, hatte dies nicht nur geoklimatische, sondern auch schwerwiegende psychologische Folgen für die bis dato friedlich vor sich hin amorphelnde "Weltbevölkerung": Eben noch sattes Grün und endlose Weidegründe, Frischfleisch-Wandergruppen, Ozeane voll von unpanierten Lebend-Fischstäbchen und eine fröhlich vor sich hin dümpelnde Evolution auf den Wogen einer lieblichen Kontinentaldrift und dann das:


Die Wurzel aller Mißstimmung: Die Überbleibsel des Einschlages (Chicxulub-Krater)

Innerhalb weniger Wochen waren die bis dahin liebgewonnenen Lebensumstände einem Wandel anheim gefallen, der für Unmut und überbordende Verstimmungen von globalen Ausmaßen zu sorgen wusste. Was heute weithin als "Aussterben" bezeichnet wird, könnte den neuesten Forschungsergebnissen zufolge das dramatische Ergebnis eines bis heute ungekannten Massensuizids gewesen sein.

Während bereits nach wenigen Tagen die ersten Lebensformen an ihrer schlechten Laune zugrunde gingen und sich zum Sterben nicht einmal mehr in ihren Privatbereich zurückzogen, sondern auf offenen Pfaden weithin sichtbar demonstrativ vor sich hin verendeten, verweigerten bereits die ersten größeren Säuger unter dem Eindruck der weniger erfreulich anmutenden Umgebung die Nahrungsaufnahme. Großinsekten und Flugsaurier stürzten sich nach-mir-die-Sintflut-artig gegen Felswände oder ließen sich von allen guten paläontologischen Geistern verlassen von Schlammlawinen oder Baumharz überrollen. Deprimierte Dinosaurier suchten gar gezielt morastige Flussbetten und Sumpfgebiete auf, um bewusst ihre traurigen, von herzerschütternden Seufzern begleiteten letzten Schritten auf dem arg in Mitleidenschaft gezogenen Boden von Mutter Erde für die Nachwelt zu dokumentieren – weit vor der Entwicklung jedweder Form von Schrift, was den Verlust dieser Zeitgenossen umso bedauerlicher macht.

Trauriger Saurier: BurnOut

Wissenschaftliche Rekonstruktion der letzten schlimmen Minuten eines in seinem globalen Dilemma verhafteten Sauriers.
Bildquelle/Copyright (und weitere schöne Zeichnungen): David Elliot

Appetitlosigkeit, depressive Verstimmungen und zunehmende emotionale Selbstisolation trugen zudem ihren Teil zu der ohnehin schon als allgemein anerkannt ausweglos empfundenen Lage bei und ließen z. B. Brontosaurier oder Tyrannosaurus Rex in resignative Apathie verfallen. Die zwar gefürchteten, aber von kleinwüchsigen Sauriern durchaus als Vorbild respektierten Großsaurier vernichteten durch ihre Antriebs- und Teilnahmslosigkeit die Restmotivation einer Großzahl von durchschnittlich entwickelten Landlebewesen und damit deren persönliche Weiterentwicklung und nachhaltigen Fortbestand. Das Phänomen griff, so das Fazit der Forschung, aktuellen Untersuchungsergebnissen nach schlussendlich derart massiv um sich, dass auf der Basis des vorliegenden Faktenstandes eher von einer psychologischen, denn von einer interstellaren oder geophysischen Katastrophe gesprochen werden muss. Da trauma- und psychotherapeutische Betreuungsplätze im Mesozoikum zu diesem Zeitpunkt zwar heiß begehrt, aber entweder nicht vorhanden oder nur privatversicherten Klienten vorbehalten waren, war das intentionale Dahinscheiden alsbald auch für den letzten Mehrzeller mit mehr als 3 unkritischen Hirnsynapsen nur noch eine Frage der Artenehre.

Auch heute noch, so die Wissenschaftler, ist dieser Missmut tief in unserer DNA verwurzelt und sorgt mitunter für eine Art globaler Untergangs- oder Katastrophensehnsucht, die das in Vorzeiten Erlebte durch mitunter aktive Wiederholung zu kompensieren sucht.

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