Abermalige Abmahnung und Geldforderung wegen Urheber- bzw. Lizenzrechtsverletzung

Aktuell (03. Oktober): Keine Veränderung des status quo – abermalige Bildprüfungen abgeschlossen.

Im Jahre 2013 veröffentlichten wir noch unter dem Namen Verquer.Org einen Beitrag zum Thema Offshore-Leaks und verwendeten hierbei eine von uns nicht weiter veränderte Grafik. Das allerdings NACH ANFRAGE des verlinkten Künstlers (Paul Vitale), welcher die Grafik auf Behance veröffentlicht hatte – und uns seinerzeit die Verwendung des Bildes – auf Grundlage unseres (nachwievor) unkommerziellen Tuns und mit Link zu seiner Behance-Site – gestattete.

Nun erreichte uns eine Abmahnung und damit verbundene Geldforderung in Höhe von knapp 1.700 Euro wegen Urheberrechtsverletzung, bzw. Veröffentlichung/Vervielfältigung von geschütztem Bildmaterial. Ein 2015 gegründetes Unternehmen – Great Bowery (Deutschland GmbH) – welche durch den Kauf von Bildarchiven offenbar seitdem die Rechte innehält, klagt nun auf Schadensersatz. Die E-Mail von Seiten des Künstlers liegt mir leider nicht mehr vor, auch eine Kontaktaufnahme blieb bis dato ohne Antwort.

Vorausgegangen war dieser Abmahnung/Forderung bereits ein Vorfall im letzten Jahr, welcher sich aber als sachgrundlos herausstellte – aber dennoch Energie und letztlich auch ein rechtsanwaltliches Honorar kostete. Daraufhin erfolgte eine gründliche Prüfung von allem genutzten Bildmaterial, bzw. der daraus entstandenen Bildcollagen hinsichtlich der gesetzlich geschützten Nutzung im Sinne von §24 des Urheberrechtsgesetzes. Bei allem genutzten Bildmaterial zum Zwecke der Erstellung von Collagen/Bildmontagen (99% der auf dieser Site genutzten Bildinhalte) gestattete ich mir diese nach §24 des Urheberrechtsgesetzes – im Sinne der Parodie als selbständiges Werk, das in freier Benutzung von Werken Dritter geschaffen worden ist, ohne Zustimmung der Urheber des benutzten Werkes – zu veröffentlichen. Das oben genannte Bild blieb, da ich mir der Nutzungserlaubnis sicher war.

Nach einer E-Mail vom 07.09. von Seiten eines Lesers und Rechtsanwaltes wurde die Stimmung nun nicht sonderlich angehoben. Demnach liegt derzeit ein Fall vor, in dem ein (geschütztes) Bildelement innerhalb einer Collage/Bildmontage abgemahnt wird – wobei der Kläger anführt, dass sein Werk das Bild maßgeblich gestalte und zusätzliche Elemente die Schöpfungshöhe (und damit den Eigenwerkcharakter nach §24 UrhG) nur unwesentlich fördere und letztlich ein parodistischer Hintergrund nicht gegeben sei. Bemerkt wurde hierin zwar auch, dass die Erfolgsaussichten für den Kläger nicht auf hohem Niveau rangieren (ein diesbezügliches Urteil des BGH ist mir bekannt), aber am Ende eben doch Kosten für sein Tun beglichen sein wollten – es sei denn, man lässt es auf eine zivilrechtliche Klage ankommen, gewinnt und der Kläger hat die Kosten zu begleichen.

Festzuhalten ist nunmehr: Unter jedem Beitrag ist meine Bitte um direkte Kontaktaufnahme im Falle einer Urheberrechtsverletzung zu finden, was jedoch nicht zu interessieren scheint, besteht die Aussicht auf finanzielle Einnahmen. Derweil diente diese Website zu keinem Zeitpunkt als wirtschaftliche Einnahmequelle. Dennoch scheint ein nicht-kommerzieller Blog ohne finanzielle Wertschöpfung via eigener oder Fremdinhalte Schadensersatzforderungsansprüche zu wecken – selbst unter Nennung des Urhebers und dessen Verlinkung nach Freigabe durch denselben. Der Grund dafür findet sich in der ungekannten Möglichkeit, dass der Urheber nicht unbedingt der Urheberrechts- bzw. Lizenzinhaber sein muss, und ein Wechsel der Urheberrechts- bzw. Lizenzinhaberschaft jederzeit möglich ist.

Der Motivation ein wenig beraubt und mit doch recht betrübten Grüßen

Der, wo schreibt

P. S.: Die Kommentare wurden auf anwaltliches Anraten deaktiviert, und ich bitte diesbezüglich um Verständnis – und danke allen, die hier ohne mit der Wimper zu zucken ihre sofortige Hilfe angeboten haben.

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