"Der mögliche Kauf von Bankdaten zu 1.500 deutschen Steuersündern in der Schweiz hat heftige Diskussionen entfacht. Der Schweizer Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) sagte am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos, sein Vertrauen in Deutschland würde erschüttert, wenn der deutsche Staat "für geklaute Daten" bezahle. Auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sprach sich gegen den Kauf aus." Quelle: ZDF Videotext vom 31.01.2010 12:02:18 Uhr

Das Verhältnis zwischen bundesdeutscher Finanzsverwaltung und den eidgenössischen Garanten des schweizerischen Bankgeheimnis' scheint angespannter als gemeinhin bekannt. Zum neuesten anonymen Angebot von Bankdaten aus Schweizer Bankhäusern äußern sich nicht wie gewohnt die zuständigen Finanzbehörden und deren Vertreter, sondern es sind die Verteidigungsminister der involvierten Staaten die zu diesem Thema Stellung nehmen - was in Anbetracht der offensichtlich prekären Lage aber immernoch besser ist, als würden es deren Armeen tun gell!?

Gerüstet: Schweizer Panzer

Gerüstet: Schweizer Panzer

Der Schweizer Verteidigungsminister forderte Deutschland auf, nicht "für geklaute Daten zu bezahlen" und dies könnte er sich nicht erlauben, wäre er von der Schlagkraft seiner Armee nicht überzeugt. Das oben gezeigte Modell "Otocolobus manul helveticae", im Schweizer Volksmund auch "Kätzli" genannte, voll armierte Kampffahrzeug, welches neben der Uniform und einem Maschinengewehr jedem Schweizer Ex-Armeeangehörigen mit nach Hause gegeben wird, demonstriert die Entschlossenheit der Schweiz, ihre fiskalen Standpunkte zu verteidigen.

Merke: „Die Schweiz hat keine Armee, die Schweiz ist eine Armee!“

Wen wundert es also da, wenn sich CDU und FDP bis zum augenblicklichen Zeitpunkt gegen einen Ankauf der Daten aussprechen. Gilt es doch einerseits eine wohlgesonnene Sponsorenklientel gewogen und sich andererseits eine bis an die Zähne bewaffnete Finanzguerilla vom Leibe zu halten.

Was sollte man also sonst tun, als dafür Sorge zu tragen, dass dieses unliebsame Thema schnell vom Tisch der politischen Tagesordnung verschwindet, bevor engagierte Steuerfahnder legale Wege finden, die auf der CD erfassten Personen (oder zumindest deren Geld) der Steuergerechtigkeit zuzuführen und am Ende noch eine internationale Krise heraufbeschwören, welche nur noch durch medizinische Indikation und konsequente Frühpensionierung der Staatsbediensteten zu verhindern wäre?

Man könnte sich anderen Themen widmen, z. B. dem schweizerischen Selbstverständnis, dessen erneute Störung die Schweizer Volkspartei (SVP) derzeit in der helvetischen Öffentlichkeit ausgemacht hat: Nach der Angst vor einem Minarett-Bauboom folgt nun die Sorge ob der Unterwanderung der Schweizer Identität durch die Deutschen, allerdings nicht durch deren Geldanlagen...aaaargh!...schon wieder dieses Thema...

Kommen wir also nun zu etwas völlig anderem:

Nicht ernst gemeint und mit einer gehörigen und befreienden Portion Selbstironie präsentiert sich die Kampagne der schweizer Felsenputzer, bzw. der Tourismusorganisation der Schweiz, deren Anliegen es ist, dem (deutschen?) Touristen ein unbeflecktes Bild von der Schweizer Bergwelt zu präsentieren. Denn was wäre die Schweiz ohne (deutsche?) Touristen (und deren Geldanl... aaaargh)?