Nach Minister/innen-Vorbild: Arbeitnehmer erhalten Recht auf externe Berater am Arbeitsplatz – bei vollen Bezügen

Bundesregierung überträgt eigenes Outsourcing-Modell auf den Arbeitsmarkt.

Nach der Rüge des Bundesumweltministeriums (BMU) von Seiten des Bundesrechnungshofes bezüglich der Aufwendung und Verschleierung von Beraterkosten in Höhe von etwas mehr als einer halben Milliarde Euro (≈ 25.000 VW Golf 7) hat die Bundesregierung das Hinzuziehen externen Fachpersonals mit der gewachsenen Aufgabenbandbreite begründet, welche durch Minister/innen und Ministerialmitarbeiter/innen allein nicht zu bewältigen sei.

DER ZEITSPIEGEL vorliegenden Informationen nach sieht eine Gesetzesvorlage eine für Arbeitgeber verpflichtende Bereitstellung von Geldmitteln für die Anstellung externer Berater nach Vorbild von BMU oder auch Verteidigungsministerium vor – was angesichts der Mitarbeiterzahl des BMU in Höhe von ca. 1.000 Mitarbeiter/innen einem Budget von 500.000 Euro pro Mitarbeiter/in entspricht.

Berater, Bundesregierung, Bundesumweltministerium – Satire, oder?

"In Kabinett, Ministerien, aber auch und vor allem in Vorstands- und Chefetagen der Privatwirtschaft werden nicht selten Entscheidungen getroffen, wie sie auch eine ungelernte Arbeitskraft unter 3 Promille Alkoholeinfluss treffen könnte", so eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Laut einem Sprecher der Bundesregierung unterstütze das Gesetz die Gewährleistung eines Höchstmaßes an Fachkompetenz und Leistung bei fehlender Qualifikation, lückenhafter beruflicher Anstrengung, vollständig ausbleibendem Erfüllungswillen oder der Unfähigkeit des Erkennens und der Nutzung vorhandener Ressourcen, und diene der Sicherung der Handlungsfähigkeit von Unternehmen, Behörden oder auch der politischen Legislative.

Für Arbeitnehmer/innen bedeutet dies ab 2020 die persönliche Arbeitsleistung bei gleichbleibenden Bezügen durch externe Arbeitskraft ergänzen oder gegebenenfalls vollständig ersetzen zu können – und nicht die fristlose Entlassung (ohne Pensionsansprüche), wie sie bei Leistungen wie jenen politischer Ministeramtsträger/innen überfällig wäre.


P. S.: → Grundsätze des Bundesrechnungshofes zum Einsatz externer Berater

«

Schreibe einen Kommentar