Brexit-Einigung im Gibraltar-Streit: Muss Deutschland Mallorca an Spanien zurückgeben?

Zahlt Deutschland territorialen Blutzoll für britische Eitelkeiten?

Großbritannien und Spanien haben laut eines Berichts des SPIEGEL eine Einigung ob der Territorialhoheit über das dem spanischen Festland zugehörige Gibraltar erzielt. Spanien hatte befürchtet, dass das Brexit-Abkommen die Zugehörigkeit der Landzunge zum Vereinigten Königreich unwiderruflich festschreiben könnte.

Nicht bestätigten Quellen zufolge hat die unter Ausschluss der Öffentlichkeit erzielte Einigung offenbar und unerwartet gravierende Konsequenzen für Deutschland: Demnach stimmten die beteiligten deutschen Verhandlungsvertreter der Rückübereignung Mallorcas an Spanien zu. Im Gegenzug verzichtet Spanien auf eine Brexit-Blockade und Großbritannien im Rahmen seines EU-Austritts auf die vertragliche Festschreibung britischer Gebietsansprüche auf Gibraltar, behält aber weiterhin die Verwaltungshoheit.

Brexit: Einigung im Streit um Gibraltar

Zahlt Deutschland den territorialen Blutzoll für britische Eitelkeiten?

Auf Anfrage von DER ZEITSPIEGEL enthielt man sich in Berlin mit Verweis auf die noch nicht vollständig abgeschlossenen Verhandlungen jeglichen Kommentars. Dennoch scheint die erste territoriale Gebietsabtretung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg in gemachten Tüchern.

Entgegen erster Spekulationen soll den auf der balearischen Hauptinsel lebenden Deutschen 2 Jahre Zeit eingeräumt werden die Insel zu räumen. Auch auf Enteignungen soll nach DER ZEITSPIEGEL vorliegenden Informationen innerhalb des ersten Jahres verzichtet werden, sofern Grundstücks- und Immobilieneigentümer dem Verkauf ihrer Güter zu von spanischer Seite festgesetzten Tagespreisen ihre Zustimmung erteilen.

Auf Mallorca soll es nach Bekanntgabe des Vereinbarungen von Seiten der deutschen Bevölkerung in der Nacht zum heutigen Donnerstag zu Demonstrationen und Blockaden gekommen sein. Madrid "beobachte" die Lage, sieht derzeit aber noch von einem Einsatz der Guardia Civil ab. Die Bundesregierung bat die Bevölkerung Ruhe zu bewahren.

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