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Wir haben für Sie eine Expedition ins Tierreich unternommen und sind dabei auf eine außerordentliche Spezies gestoßen: Das papua-neuguineanische Sturzkampf-Meerschweinchen, der triebgetriebenen "Drecksau" unter den putzigen Nagern.

Die possierlichen Tierchen leben nicht sonderlich zurückgezogen in den ausgedehnten Wäldern der fernöstlichen Tropen und zeigen sich gerne zu jeder Tageszeit in unflätigen Posituren dem unfreiwilligen Beobachter, dem sich kaum eine Möglichkeit bietet, sich der natürlichen, exhibitionistischen Veranlagung dieser Nagetiere zu entziehen. Man geht hier keinen Schritt, ohne nicht binnen kürzester Zeit auf ein Rudel der – weniger der Nahrungssuche, denn der Partnerbegattung nachgehenden – Tiere zu stoßen. Als unerfahrener Forscher gestaltet es sich äußerst schwierig, sich des Eindruckes zu erwehren, das unter Säugern gemeinhin bekannte Fortpflanzungsritual würde unter den papua-neuguineanischen Sturzkampf-Meerschweinchen ausschließlich vor Publikum vollzogen. Als erfahrener Forscher weiß man indes, dass diese Vermutung den Tatsachen entspricht.

Stuka-Meerschwein-Titel

Einfache philosophische Grundfragen: Das papua-neuguineanische Sturzkampf-Meerschweinchen

Die, wie ihre südamerikanischen Verwandten, in ein kuscheliges, meist bunt geschecktes Fellkleid gehüllten Meerschweinchen weisen dabei ein noch erstaunlicheres Paarungsverhalten auf, als dies zunächst auf den ersten und nicht wirklich schwer zu erhaschenden Blick erscheinen mag. So lassen sich die (stets) paarungsbereiten Männchen aus höher gelegenen Astregionen der für sie unschwer zu erkletternden Pandanusbäume oder Dicksoniaceae auf die ebenfalls (stets) paarungsbereiten Weibchen fallen. Die hierbei an den Tag gelegte Treffsicherheit ließe Elite-Fallschirmspringer vor Neid erblassen. Dabei stößt das Männchen seinen ganzjährig und zumeist ganztägig vernehmbaren Paarungsruf aus. Dieser Paarungsruf ist dem deutschen Wort "Ficken" in perzeptiv phonetischer Hinsicht nicht unähnlich, entspricht bei ungenauerem Hinhören jedoch ersteinmal einem notorisch lustvollem Quieken. Schon wenige Sekunden nach dem (durch das Fell sanft abgefangenen) Aufprall ist das Pärchen dem bedingungslosen Koitus zugeeignet und rammelt wie eine losgelassene Nähmaschine. Der Liebesakt kann sich dabei über mehrere Stunden hinziehen und wird von einer Vielzahl von Artgenossen beobachtet.

Eine weitere Besonderheit ist die Art und Variationsreichhaltigkeit des Liebesaktes selbst, dem das Tier auch seinen lateinischen Beinamen verdankt: Caviinae sado-maso. Beißen, Kratzen und die Zuhilfenahme von - nach menschlichem Dafürhalten der Luststeigerung dienenden - Utensilien wie spitzen Stöckchen oder langfasrigen, offenkundig zur lustvollen Strangulation herangezogenen und zusammengerollten Pflanzenblättern, erstaunen nicht nur den Laien. Selten kommt es vor, dass es Tierforschern bei der Beobachtung eines Paarungsaktes von wildlebenden Kleinsäugern die Schamesröte ins Gesicht treibt, im Falle von Caviinae sado-maso ist dies allerdings eine bekannte Begleiterscheinung des Forscherlebens.

Nicht zuletzt ist es dem natürlich unzüchtigen Verhalten dieser Meerschweinchen geschuldet, dass der Missionierung zugeeignete Priesterscharen in der Mitte des 17. Jahrhunderts fluchtartig die Waldregionen Papua-Neuguineas verließen, aus Furcht vor Hohn und Spott aber den Kannibalismus der Ureinwohner vorschickten und unverrichteter Dinge - meist traumatisiert und zwanghafter Onanie verfallen - ihre Heimreise antraten und fortan das papua-neuguineanische Festland mieden wie der Papst den Darkroom. Einem tiefgläubigen Bordellbesitzer gelang es dann in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts eine ständige Mission in dieser Region zu installieren und aufrechtzuerhalten.

Sturzkampf-Meerschweinchen

Fangen lassen sich die potenten Nager - trotz vielfacher Versuche - nur von ebenfalls kopulierenden Forscherpaaren. Doch auch im Falle des Erfolges leisten die Tiere erbitterten Widerstand und schrecken auch vor Selbstmord nicht zurück. Während weibliche Tiere schlicht die Luft anhalten, bis sie tot sind, beißen sich die männlichen Tiere der Gattung in Gefangenschaft angesichts der undankbaren Lage ausnahmslos die Hoden ab und verbluten. Die oben zu sehende Aufnahme eines postkoital zubereiteten papua-neuguineanischen Sturzkampf-Meerschweinchens zeigt ein männliches Tier mit abgetrennten Hoden.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Ein abendfüllendes Video mit ausgewählten Szenen partnerschaftlicher Aktivitäten der papua-neuguineanischen Sturzkampf-Meerschweinchen ist demnächst im Zeitspiegel-Shop erhältlich.