Der Sinn des Lebens - Teil I: Annäherungen

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Ob in jungen oder reiferen Jahren, irgendwann im Leben stellt sich dem Menschen die in vielen Gewändern gekleidete Frage aller Fragen: "Hä?" Verquer.Org hat sich aufgemacht, um in den Schattenwinkeln der Geschichte und den Untiefen philosophischer Strömungen nach jenem Funken Ausschau zu halten, der unser aller Geist erhellen und unser aller Herz erleichtern möge.

Satire: Der Sinn des Lebens - Teil 1

Annäherungen

Bereits 1612 erkannte Hugo von Bockshorn nach 36jähriger, stiller Meditation kurz vor seinem Dahinscheiden (er erlag einem erstaunlich luft- und wasserdichten Verschluss der Atemwege durch eine unzureichend gegarte Kastanie) zur Überraschung seiner Mitbrüder: "Ich habe keine Ahnung!" Ihm folgte unwesentlich später Bernhard der Blaue mit seiner epochalen Schrift: "Ich weiß es ja auch nicht". Erwähnenswert sei auch der Universalgelehrte Karl Phlegma von Lethargia. Dieser postulierte nach intensivem Studium der Sachlage vor versammeltem Kollegium der Universität von Bologna die damals wie heute eindringlichen Worte: "Was soll's?!".

Nicht zuletzt war es jedoch ein bis heute zu Unrecht nahezu gänzlich unbekannter Philosoph aus Hohenberg an der Eder, der sich der Arbeiten des eben erwähnten Dreigestirns annahm. Und so brachte es Franz Xaver von der Poperze in seiner „Ode an das Zwetschgenwasser“ auf einen, wenn auch etwas langatmig geratenen, Punkt – versetzte aber seine ambitionierten Leser nichtsdestotrotz entweder in Erstaunen oder in ein ebenso willkommenes, spirituoses Koma.

Satire: Lyrik, Eichhörnchenbaby
Nein, dieses Bild macht an dieser Stelle überhaupt keinen Sinn und ist zudem eine Wiederholung, noch dazu in einem ganz anderen Zusammenhang. Denken Sie einfach nicht darüber nach!

Nicht, dass sich der Autor keine Gedanken ob des sinnhaften Einsatzes von Bildern machen würde. Er macht sich sehr viele Gedanken. Wirklich! Aber hin und wieder treiben ihn pure Resignation, gepaart mit euphorischer Apathie, zu den seltsamsten Ratschlüssen, die er entweder nach wenigen Stunden bereut oder augenblicklich erfolgreich zu verdrängen vermag.

Hey, das soll natürlich jetzt nicht yngdwie ausarten, oder so. Aber es ist jetzt schon auch - speziell bei diesem Thema - wichtig, mal soetwas wie eine menschliche Komponente ins Spiel zu bringen. Ist jetzt natürlich nicht wirklihc von Belang, genausowenig wie der vorangegangene Tippfehler, aber jetzt, wo ich so ins Plaudern komme... verdammt, ich schweife ab...

Exkurs: Die Ode an das Zwetschgenwasser

Für den Interessierten: Franz Xaver von der Poperze schrieb seine "Ode an das Zwetschgenwasser" unter der Prämisse, pro Vers ein Stamperl, also ein kleines Glaserl Zwetschgenwasser zu sich zu nehmen, um dem geneigten Leser (nein, damals wurde noch nicht gegendert) nicht bloß verblümte, der Fantasie entsprungene Worte, sondern auf Selbsterfahrung beruhende Antworten mit auf den Weg geben zu können. Das Vorhaben wurde von seiner etwa 45 Jahre jüngeren, nicht ganz freiwillig angetrauten Gattin Adelgunda durch bedingungsloses Nachschenken unterstützt und es gelang ihm tatsächlich bei Vers 235 der Wahrheit so Nahe zu kommen, wie es keinem vor ihm je gelungen ward. Der Vollständigkeit seines Werkes halber verschied Franz Xaver von der Poperze denn auch nach dem Verfassen des (bis heute unauffindbaren) Verses 236 klag- und restlos beseelt und hinterließ seiner Ehefrau, nebst kryptischer, hochvergeistigter Verse, einen für jeden verständlichen, unverschlüsselten Zechschuldschein, dessen abschließende Begleichung durch seinen Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel im Jahre 1964 gar zum Anlass eines jährlichen Dorffestes wurde.

Der nach Erkenntnis strebende Student ist derweil bis heute angehalten, es dem Vordenker während des Studiums der Lektüre gleichzutun, was auch erklärt, dass der Inhalt der (der Öffentlichkeit nicht zugänglichen) "Ode an das Zwetschgenwasser" jenseits von Vers 48 einer dieser Weisung folgenden Bildungsschicht bis dato völlig unbekannt ist – in jedem Falle aber nicht erinnerlich.


Die "Ode an das Zwetschgenwasser" wurde nach Einführung der Schulpflicht in Bayern 1771 (durch einen nicht mehr ganz nüchternen Heinrich Braun) zum standardisierten Unterrichtsstoff in der Region in und rund um Hohenberg an der Eder, nach 2 Jahren wegen des Totalausfalls zweier kompletter Bildungsgeneration aber wieder abgesetzt.
 

Fortsetzung folgt...

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