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Ähnlich wie die Software von Apple ist auch DOORS® an eine spezielle, allein vom Hersteller vertriebene, dabei (im Vergleich zu Apple) weit kostengünstigere Hardware gebunden. Der Zeitspiegel hat das System exklusiv getestet.

Betriebssystem: Doors statt Windows

DOORS OS: "Mind over matter"


Die wichtigsten Features:

  • Gesichtserkennungssensor sorgt für personalisierte Zugriffsberechtigung
  • Steuerung durch Augenbewegung und Hirnströme
  • Fokus auf entspanntes, dabei intuitives Arbeiten
  • Ansprechendes Interface-Design

Erste Eindrücke

Kurz nach Systemstart scheint das System erst mal mit sich selbst beschäftigt. Der Bildschirm leuchtet in allen erdenklichen Farben. Fraktal-logische Muster zeichnen sich ab, verschwinden aber alsbald wieder und werden durch weit absurdere Strukturen ersetzt. Das Aufleuchten der Aktivitätsanzeige des Bewegungs- und Gesichtserkennungssensors deutet nach den ersten Funktionsroutinen darauf hin, dass der Rechner einen Nutzer wahrgenommen hat. Die Farben verwischen, auf dem Bildschirm öffnet sich eine Tür, löst sich auf, der Schirm teilt sich in eine rote und eine blaue Hälfte. Ein schemenhaft angedeuteter Mauszeiger erscheint in der linken unteren Ecke des Monitors, um daraufhin wie von Geisterhand bewegt in die exakte Mitte desselben zu gleiten. Eine nicht unbekannte Melodie hebt langsam an und wiederholt sich - ganz angenehm - in einer Endlosschleife. Kein Hinweis, kein Tool-Tip stört die gelöste Ruhe des zweifarbigen Augenblicks und es gibt keinen Zweifel: Der Moment ist gekommen, in welchem der Benutzer (6 Minuten nach dem Einschalten des Gerätes) seine erste Entscheidung treffen darf. Alles wirkt sehr entspannt.

Ich klicke auf die blaue Hälfte. Der Rechner schaltet sich mit einer an Natürlichkeit grenzenden Selbstverständlichkeit komplett aus und wirkt irgendwie mit sich selbst zufrieden. Der Lüfter gibt einen leichten Seufzer von sich und verstummt und alles scheint irgendwie ganz in Ordnung. Hat was!

Doors / Windows95

Fehlermeldungen? Fehlanzeige! - Das "Problem" sitzt bei DOORS OS entspannt vor dem Computer

Ich wiederhole das Prozedere und klicke nun auf die rote Hälfte. Bingo! Eine serifenlose Schrift, geschaut durch eine wellenhaft verzerrte, wasserartige Oberfläche, schimmert mir bewegt entgegen: Wonderland! Eine Eieruhr läuft rückwärts, der digitale Sand rinnt langsam schwebend von unten nach oben. War das da eben ein weißes Kaninchen?

Ein sanft wiederholt ein- und ausblendender Bildschirmtext bedeutet mir, den mitgelieferten und an den Rechner angeschlossenen Hirnstromsensor anzulegen - aber so was von stressfrei! Ich befestige die Saugnoppen an meinen Schläfen. Ein Trommelwirbel bestätigt den erfolgreichen Kontakt. Ein warmes Kribbeln hinter der Stirn verselbständigt sich, auf dem Display erscheinen wunderschöne Landschaftsbilder, in deren Zentrum sich stets eine Tür befindet. Das Gerät ist nun betriebsbereit und wartet auf meine Anweisungen.

Doors / MacOS / Fehlermeldung

Ungesicherte Daten? Nicht mit DOORS OS: Unterbewusste Verlustängste sorgen für automatische Datensicherung

Ich versuche mich zu konzentrieren und ein Textdokument zu erstellen. Und tatsächlich: Ich werde visuell durch die Tür hindurchgezoomt. Ein weißes Blatt Papier erscheint. Die ersten gedachten Sätze legen sich wie fallendes Laub auf das virtuelle Schriftstück. Für Anfänger ist es an dieser Stelle ratsam, die ersten Textdokumente ohne Beisein Dritter zu erstellen, denn die ein oder anderen Formulieren entspringen klar dem Unterbewusstsein und offenbaren latent unterdrückte Wünsche und Phantasien, von denen man gar nicht wusste, dass man sie hatte, und plötzlich – wo sie schon einmal dastehen - doch unbedingt erfüllt wissen möchte.

Gefährlich: Unterbewusstes Online-Shopping

"Gefährlich" wird der Umstand der hirnstromgestützten Geräte- und Softwaresteuerung im Rahmen des Online-Shoppings. Noch bevor man sich versieht ist der Warenkorb nicht nur außerordentlich großzügig gefüllt, sondern die Bestellung bereits abgeschlossen. Übliche, dabei rationale Selbstschutz-Filter fallen aus. Das weiß auch der Hersteller und warnt: "Der Kontostand ist nicht systemrelevant".

Fazit

Doors OS: Break on Through To the Other Side!


Bild: © DER ZEITSPIEGEL / Falko Knizia