243 unbeschriebene Seiten informieren den desinteressierten Nichtwähler über die ambitionierten Zukunftsvisionen der NICHT-Partei, deren Mitglieder sich nach vollständigem NICHT-Erscheinen auf der NICHT-Gründungsveranstaltung ohne Für- und Gegenstimme auf ein sozial-politisch und ökologisch-wirtschaftlich ausgewogenes Grundsatzvielleicht geeinigt haben.

Der frisch gekürte Parteivorsitzende Erich Ventuell, ein Meister des rhetorischen Schulterzuckens und Mitinitator der NICHT-Bewegung, unterstrich in einem viel beachteten Deutschlandfunk-Interview die ganzheitliche Themenignoranz und ergebnisdesorientierte Ausrichtung der Parteiagenda und wusste durch sachkundiges Schweigen selbst hartnäckige Skeptiker zu überzeugen.

Der Wahlkampf hat auch für NICHT bereits begonnen und schon jetzt – pünktlich zur Europawahl und 2 Jahre vor der nächsten Bundestagswahl – sorgen unverteilte Broschüren und Plakate flächendeckend für auffällige Leerräume und fordern den NICHT-Wähler zur politisch motivierten Teilnahmslosigkeit auf. "Es gilt den deutschen Wählerinnen und Wählern mittels programmatischer Unentschlossenheit und zusätzlicher inhaltlicher Lücken eine Alternative zu bieten ", so Ventuell.

Nichtwähler – Satire, oder?

Klare Aussage: Wähle NICHT - Die Nichtwähler-Partei

Für Aufsehen sorgte die junge Partei in den frühen Morgendstunden mit ihrem Eilantrag zur Revision und Ergänzung des europäischen wie des deutschen Wahlrechts. Der Antrag sieht vor, dass NICHT-Wählerstimmen auch entsprechend NICHT-besetzte Sitze in Europaparlament und Bundestag nach sich ziehen. Das bis dato übliche Ignorieren von NICHT-Wählerstimmen unterminiere nach Auffassung des Parteivorstandes die von der Verfassung garantierte Wahlfreiheit und Stimmberechtigung, und verzerre das Bild der öffentlichen Meinungs- und politischen Willensbildung. "Desinteresse ist eine treibende politische Kraft in Deutschland und Europa!", so Ventuell beiläufig.

Die Stattgabe des Eilantrages hätte, gemessen am Anteil der NICHT-Wähler bei der Bundestagswahl 2017, einen fulminanten 23,8 %igen Stimmenanteil zur Folge, was 14.712.144 Wahlberechtigten entspricht. Im Falle der Zueignung der NICHT abgegebenen Stimmen würde dies den bis dato höchsten Stimmenanteil einer neugegründeten Partei bei einer Bundestagswahl seit Anbeginn der Geschichte der Bundesrepublik bedeuten.

Wir drücken NICHT die Daumen!