Nach dem grünen Licht für die Urheberrechtsreform von Seiten der EU am 26. März fokussierte sich der Protest gegen Befürworter und unsichere Rechtsauslegung derer Inhalte. Von Kontrolle und Zensur des Internets war und ist die Rede.

Dem DER ZEITSPIEGEL vorliegenden Informationen zufolge geriet offenbar zeitgleich ein experimenteller, sogenannter Upload-Filter außer Kontrolle. Die diesem Filter zugrundeliegende Software gleicht Daten vor dem Einstellen in das Internet mit im Netz bestehenden Daten ab. Dabei prüft die Software ob urheberrechtlich geschützen Quellen bestehen oder bereits ähnliche oder gleiche Datensätze vorhanden sind. Während eines Funktionstests zeigte sich, dass die Software Daten nicht nur abglich, sondern sowohl den Upload verhinderte als auch bestehende, ähnliche oder gleiche Daten über die Servergrenzen des Softwareentwicklers hinweg von Server- und Suchmaschinendatenbanken entfernte.

In den frühen Morgenstunden wurden laut Insidern Großunternehmen und Betreiber größerer sozialer Netzwerke und Suchmaschinen sowie Cloud-Dienste und Serviceprovider ob des Vorfalls informiert, welcher sich offenbar nicht mehr aufhalten lässt. Unbestätigte Quellen sprechen derzeit von bereits 348.472 Websites und über 24 Millionen Blog- und Forenbeiträgen, die seit Beginn des Funktionstests eine unwiederbringliche Löschung erfahren mussten.

Die Software dupliziert sich – ähnlich wie ein Virus – während des Prüfungsvorganges laufend selbst und speichert sich lokal auf zu untersuchenden Servern ab, und ergänzt hierbei ständig die softwareeigene Datenbank, was Art und Umfang der Löschungen mit jeder erfolgreichen Identifikation und Entfernung eines Datensatzes beschleunigt.

Speziell soziale Netzwerke, innerhalb derer ein und dieselben Inhalte mehrfach geteilt und somit dupliziert werden, aber auch Zitate oder Abwandlungen von bestehenden Inhalten sind betroffen, was in etwa 76% des derzeit im World Wide Web kursierenden Contents betrifft.

Um 14:26 Uhr betrug die Zahl der aktiven Websites 1.678.632.739. Noch wächst deren Zahl. Experten schätzen jedoch, dass sich diese Zahl binnen 2 Wochen ändern und innerhalb weniger Wochen exponentiell gegen Null verlaufen dürfte.

Nutzern, die das Internet noch nicht zu Ende gelesen haben, wird empfohlen eine physische Kopie des Internets, z. B. via eines vollständigen Ausdrucks, anzulegen. Geschätzt umfasst dies derzeit ca. 560.583.882.880 A4-Seiten bei einer einheitlichen Schriftgröße von 10 Punkten.