Keine Rede von Zensur: Facebook "korrigiert" missverständliche Nutzerbeiträge

Mit einer neuen Software gibt Facebook Nutzern Hilfestellung bei der Formulierung regierungskritischer Beiträge.

In China ist Facebook gesperrt. Presseberichten zufolge will sich Facebook mit einer Software wieder Zutritt zum chinesischen Markt verschaffen und unliebsame Inhalte "korrigieren".

Facebook Zensur China

Selbstredend: Schweigen ist Gold (auf dem chinesischen Markt)

Von Zensur kann keine Rede sein, und wenn, dann wird sie korrigiert

Nutzer hätten laut Unternehmensmitteilung von Facebook auch unter Anwendung der Software nachwievor die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung. Die entwickelte Software korrigiere lediglich Missverständlichkeiten, wie sie - nach eingehenden Untersuchungen der internen Meinungsforschung - so vom Nutzer mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht gemeint sein können und gibt Hilfestellung bei der Formulierung.

Folgende Beispiele zeigen das Korrekturverhalten der neuen Software. Expertenmeinungen zufolge entsprechen die Korrekturen teilweise gar weitestgehend der ursprünglich getroffenen Aussage:

Nutzerformulierung:
Die Regierung muss weg
Korrigierte Fassung:
Meine Regierung braucht die Hilfe eines jeden Bürgers!

Nutzerformulierung:
Ich werde unterdrückt / wurde inhaftiert
Korrigierte Fassung:
Meine Regierung hilft mir, ihre Arbeit besser zu verstehen!

Nutzerformulierung:
Die Menschenrechte werden in meinem Land mit Füßen getreten
Korrigierte Fassung:
Meine Regierung stellt die Gemeinschaft vor das Individuum

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Software sollen zukünftig auch "unangemessene" Bildbeiträge durch lebensbejahende und erheiternde Motive wie z. B. Blumenwiesen, Schmetterlinge oder Hundewelpen ersetzt werden.

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