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Kairo (ZS). Im Rahmen einer städtischen Revision überprüfen die staatlichen Baubehörden Ägyptens derzeit landesweit Gebäude auf Baumängel sowie deren amtliche Baugenehmigungen. Bei einer Routineüberprüfung der Pyramiden von Gizeh stießen die Beamten nunmehr auf eklatante Baurechtsverstöße.

Laut Ahmed Sharif vom Bauamt Kairo umging der Bauherr der Pyramiden von Gizeh, König (Pharao) Cheops, offenbar amtlich vorgeschriebene Baugenehmigungsverfahren. Auch lägen der städtischen Bauaufsicht keinerlei detaillierten Baupläne vor, eine für die Baugenehmigung unabdingbare Bauvorlageberechtigung ist seit 2650 v. Chr. ausstehend. Die Gebäudeprüfung ergab außerdem fahrlässige Mängel hinsichtlich geltender Brandschutzverordnungen. Notausgänge und sanitäre Einrichtungen, welche dem üblichen Besucherstrom gerecht werden, sind nicht vorhanden.

Nach eingehender Prüfung der Sachlage liegt somit ein eindeutiger Verstoß gegen § 8 Abs. 1 S. 5 der ägyptischen Landesbauverordnung vor, welcher auch im Falle der Cheops-Pyramiden mit dem Abriss/Rückbau der Gebäude geahndet werden muss. Eine rückwirkende Baugenehmigung ist aufgrund sicherheitsrelevanter Baumängel und dem Verstreichen der Eingabefristen nicht mehr möglich. Aufgrund des Anfangsverdachts der Vorsetzlichkeit wird auch strafrechtlich gegen den Bauherrn ermittelt.

Fehlende Baugenehmigung: Pyramiden von Gizeh werden abgerissen

Warten auf den Beginn der Abrissarbeiten: Die Pyramiden von Gizeh am heutigen Morgen
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