Während Familienministerin Katarina Barley die Einführung einer Frauenquote für Unternehmensvorstände androht, ist der Frauenanteil in den Vorstandsetagen ungeachtet der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt kontinuierlich angestiegen und beträgt schon jetzt sage und schreibe über 73% – in Form von Desktophintergründen auf Computern, Notebooks und Tablets.

Auch nehmen sich Vorstände weit intensiver Bewerbungen von Frauen an als Führungspersonal nicht börsennotierter Unternehmen. So berichtet ein Vorstand eines namhaften Automobilherstellers von der täglichen Durchsicht von bis zu 60 Bewerberinnenfotografien und recherchiert darüber hinaus selbst in zahllosen Portalen nach geeignetem weiblichen Personal und speichert deren Abbildungen zum Zwecke der eingehenderen Eignungsprüfung auf seiner Festplatte.

Frauenquote auf Bildschirmen mönnlicher Computernutzer überdurchschnittlich

Zugleich stieg der Anteil weiblicher Führungskräfte im Rahmen sogenannter Boni- oder Vergnügungsreisen für verdiente männliche Mitarbeiter in den letzten Jahren beträchtlich. "Eine gesetzliche Verpflichtung ist hier völlig fehl am Platze. Entsprechende Regelungen würden die Beschäftigung von Dominas unter den Vorstandsmitgliedern allenfalls unnötig bürokratisieren und zusätzliche Kosten verursachen, und könnten den erfreulichen Tendenzen im schlimmsten Falle sogar entgegenwirken.", so Georg Horni, Chefberater von BangCock, einer auf börsennotierte Großunternehmen zugeschnittenen Incentive-Reiseagentur. Laut Horni sei die in der Berliner Erklärung geforderte 30%ige Frauenquote in Aufsichtsräten und Vorständen indirekt schon bei weitem übertroffen worden.

Horni betont zudem die wirtschaftlichen Impulse, die von der vorherrschenden Frauenquote in den Vorständen ausgingen. So profitierten u. a. Hersteller von Papierhandtüchern, Küchenrollen und Hygieneartikeln und im Falle obenstehender Boniveranstaltungen auch Kondomhersteller und – im Falle der Notwendigkeit gesundheitlicher Nachsorge – sogar die Pharmaindustrie.