Der FDP ist in diesem Jahr eine ganz eigene Ehre zuteil geworden. Inspiriert von den Farben der Partei hat eine ausgewählte Expertenkommission deren Vorsitzenden Philipp Rösler zum Namens-Paten der diesjährigen Partei-Blume des Jahres gewählt und hebt damit die besonderen Verdienste des Bundeswirtschaftsministers und Vize-Kanzlers und seiner Partei hervor.

Das Gelb-Rösli zeichnet sich durch eine verschwindend geringe Komplexität aus, ist dabei aber äußerst widerstandsfähig. Umwelteinflüsse jeglicher Art können dieser Pflanze aus der Familie der Ignoranzien zunächst wenig anhaben. Forscher gehen davon aus, dass das Gelb-Rösli sich als erste Wahl bei der Begrünung von ansonsten lebensfeindlichen Arealen erweisen könnte.

FDP: Flavus Ingnorantia - Philipp Rösler

Besonders herausragend ist die dem Gelb-Rösli eigene Tendenz zur generativen Überflüssigkeit. Zwar weiß das Gelb-Rösli primär vielfältige vitale Eigenschaften zu entwickeln und sich zunächst "auf verlorenem Posten" zu behaupten, zerfällt aber nach dem Verlust des Alleinstellungsmerkmals der Erstbesiedelung und unter dem Eindruck nachfolgender und sich den umweltspezifischen Anforderungen besser anpassenden Pflanzen zu einem Sekret. Diese Eigenheit verdankt das Gelb-Rösli ihrer charakteristischen Selbstgenügsamkeit. Diese stellt zwar in gewisser Weise die Grundlage ihrer Widerstandsfähigkeit dar, bedeutet aber im Rahmen der zunehmenden Komplexität des sie umgebenden Öko-Sytems ihre koexistentielle Nutzlosigkeit.

Das verbleibende Sekret des Gelb-Röslis bietet darüber hinaus kaum Nährwerte für die nächste Generation von Pflanzen, ist diesen aber - nicht zuletzt aufgrund der Zerfallsprodukte und deren biochemischer Signalwirkung - als abschreckendes Beispiel dienlich und führt zu einer weit nachhaltigeren Begrünung, als dies durch das Gelb-Rösli selbst bewerkstelligt werden könnte.

P.S.: Das Gelb-Rösli wird 2013 unter Umständen in die Liste der bedrohten Arten aufgenommen, jedoch nicht unter Schutz gestellt.