Seit den Fridays-for-future-Demonstrationen weht den für mehr Umwelt- und Klimaschutz auf die Straße gehenden Schülern nicht nur Zustimmung entgegen. Kritisiert wird u. a. ein mit den Demonstrationen einhergehender Unterrichtsausfall sowie ein vermeintlich obligatorischer Chauffeurdienst seitens der Eltern, die nach allgemeinem Dafürhalten hierfür durch die Bank einen Fahrzeugtyp nutzen, welcher nicht gerade für seine sprit-sparenden Eigenschaften und seine Umweltfreundlichkeit bekannt ist: den SUV. Zum Leidwesen der Aktiva der Automobilindustrie deckt sich die weit verbreitet in Gebrauch befindliche "Gegenargumentation" allerdings nicht mit den derzeitigen Verkaufszahlen.

Laut Pressemitteilung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) vom gestrigen Sonntag suchen die deutschen Automobilhersteller nun das vorherrschende Klischee durch die Schaffung eines argumentationsrelevanten Faktenstands zu ersetzen. Demnach sollen die Produktionskapazitäten für SUV binnen Monatsfrist verdreifacht und der Kauf von SUV mittels einer Klima-Abwrackprämie seitens der Hersteller gefördert werden.

Fridays for future – Schüler die mit dem SUV zur Schule gefahren werden und der Klimaschutz – Satire, oder?

Der Präsident des VDA, Bernhard Mattes, sagte DER ZEITSPIEGEL, dass im Rahmen von Zielgruppenbestimmung und Marketing für SUV Eltern von Schülern und der Schülertransport bisher nicht im Fokus gestanden hätten, was man nun binnen Jahresfrist zu ändern wünscht. Auf Basis neu gesteckter Ziele stimmten alle deutschen Hersteller genannten Fahrzeugtyps darin überein zügig mit kostengünstigen Modellen – beispielsweise einem Volks-SUV mit angemessenen hohen Verbrauchs- und Emissionskennzahlen – für fassbare Grundlagen Sorge zu tragen, die die vorherrschenden Vorurteile gegenüber jugendlichen Klimaschützern durch tatsächlich vorhandene Fahrzeuge und damit verbundene Chauffeurdienste der Klischeebehaftung entziehen.

Mattes räumte zudem weitere Versäumnisse ein: So habe die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren mittels der Verbrauchs- und Emissionsreduzierung kleiner und mittlerer Fahrzeugtypen unter Beibehaltung von Produktlinien mit hohen Verbrauchs- und Emissionswerten fahrlässig zu einer Spaltung der Gesellschaft beigetragen, die es der Automobilindustrie erschwere niedrigere Klimaschutzziele im Europaparlament durchzusetzen. "Uns ist es nicht gelungen mittels typenübergreifend hohen Schadstoffemissionen und höheren Preisen für klimafreundlichere Modelle für Geschlossenheit gegenüber wirtschaftsschädigender Klimapolitik zu sorgen".