"Hänsel und Gretel" der Gebrüder Grimm ist ein Märchen-Klassiker, welcher mit dem Sieg der Geschwister über die Hexe und deren Tod seinen Abschluss findet. Die Entdeckung der Überreste zweier Kinderleichen in einem Pfefferkuchenhaus stellen nun die Aussagen der Gebrüder Grimm in Frage, örtliche Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Hänsel und Gretel

Tatort Lebkuchenhaus: Verschwiegen die Gebrüder Grimm bewusst den tatsächlichen Tathergang?

Erste forensische Untersuchungen ergaben nun zum einen, dass die skelettierten menschlichen Überreste von einem Geschwisterpaar stammen, und zum anderen, dass es sich bei den Toten um eine männliche wie um eine weibliche Person im Alter zwischen 6 und 10 Jahren gehandelt haben muss. Zudem zeugen Kratz- und Bissspuren auf den Knochen von brutaler, oraler Gewaltanwendung – den Kindern wurde das Fleisch offenbar säuberlich von den Knochen gezehrt.

Sollte sich der Verdacht, dass es sich bei den Opfern um Hänsel und Gretel handeln könnte, erhärten, so steht der deutschen Märchenliteratur eine fundamentale Revision ins Haus. Literaturwissenschaftler sprechen von "vorsätzlicher Täuschung von Justiz und Leserschaft". Märchen seien das eine, Lügen hätten in der Kinderliteratur jedoch nichts zu suchen.