Letzte Höhlenmalerei der Neandertaler entdeckt: Beklemmende Perspektivlosigkeit

Neandertaler scheinen sich neuesten Forschungsergebnissen zufolge schon frühzeitig ob ihrer Zukunftsperspektiven bewusst gewesen zu sein.

Eine jüngst in der Nähe von Brüssel entdeckte Felszeichnung beweist: Die Zivilisation der europäischen Ureinwohner war wesentlich weiter fortgeschritten als bisher vermutet. So bestimmten demnach schon vor 30.000 Jahren bis heute nur der Neuzeit bekannte, erstaunlich komplex undurchdachte verwaltungstechnische Strukturen den Alltag.

Die Höhlenmalereien geben laut Forschungsleitung zudem Anlaß zu der Annahme, dass der "Neandertaler" schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der Lage war, über ihn selbst hinausgehende Zusammenhänge zu erkennen und daraus perspektivistische Schlüsse zu ziehen. Sogar ein bewusstes Aussterben könne nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

Neandertaler: Höhlenmalerei - EU

Schon früh selbst erahnte, fragliche Perspektive: Der Neandertaler

Zeitgleich fanden Studierende der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock während einer Flurbestandsaufnahme ähnliche Felszeichnungen. Auch hier handelt es sich um eine eher pessimistische Darstellung der wirtschaftlichen Gesamtsituation und Zukunftserwartung.

Neandertaler: Höhlenmalerei - Arbeitsamt

Schon seinerzeit Thema: Teilweise schwierige wirtschaftliche Gesamtsituation

In der Nähe des Fundortes fand sich nach noch ungesicherten Quellen außerdem ein in Stein gehauener Steuerbescheid, der nach heutigen Maßstäben zu einem vollständigen Ruin des betroffenen Abgabenverpflichteten geführt haben muss. Die darauf ersichtliche Abbildung mehrerer hundert Mammutstoßzähne lässt prinzipiell keinen Zweifel an der fiskalen Ausweglosigkeit des mutmaßlichen Großwildjägers.

Neandertaler: Steuerbescheid

Gefährlicher als ein Mammut auf LSD: Fragment eines (vernichtenden) Steuerbescheids

Der gemeißelte "Bearbeitungsstempel" wird auf das Jahr 31.200 vor Christus geschätzt. Das "Schriftstück" stützt zudem die vorherrschende These, dass es Steuergerechtigkeit in weiten Teilen Europas noch nie gegeben haben kann.

Etwa zeitgleich wurden auf dem Gebiete der heutigen Schweiz hunderte von Mammutstoßzähnen gefunden. Ein direkter Zusammenhang zwischen Steuerbescheid und Stoßzähnen lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch nicht einwandfrei bestätigen. Außerdem gelte laut Zürcher Kantonalverwaltung auch hier das Bankgeheimnis.

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