Die deutschen Pfarreien haben aufgrund erheblicher Sicherheitsbedenken per Eilantrag an die deutsche Bischofskonferenz die Einfühung von Nacktscannern gefordert. Nach der Veröffentlichung der kirchlichen Missbrauchsstudie, welche gegen Wunsch und Empfehlung der Priesterschaft bei einer Zahl von 3677 sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche in einer offiziellen Zusammenfassung offen von einer "unteren Schätzgröße" spricht, sehen sich die Berufskleriker der Gefahr von gewaltsamen Tätlichkeiten ausgesetzt.

Die Körperscanner sollen zunächst die potentielle Risikogruppe der Ministranten auf das Mitführen von Waffen hin überprüfen. Im weiteren Verlauf sieht der Antrag die Erweiterung des Körperscanner-Einsatzes auf jugendliche Gottesdienstbesucher vor. "Junge Menschen sind leicht zu beeinflussen, ihr Tun und ihre Ergebenheit manipulierbar. Das wissen wir aus eigener Erfahrung", so Pfarrer Gernhardt Sanftwohl aus Gütersloh. "Von daher erscheint es uns nur angebracht, junge Kirchendiener und Gläubige vor dem Betreten der Pfarreien oder Gotteshäuser einer körperlichen Untersuchung zu unterziehen.", so Sanftwohl weiter.

Katholische Kirche, Missbrauchsstudie, Nacktscanner

Forderung nach Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen (und Bilddetails): Nackscanner in deutschen Gotteshäusern?

Das Ansinnen entfacht aber auch Kritik aus den eigenen Reihen. So wird beispielsweise moniert, dass die derzeitige Generation von Bodyscannern noch zu undetailliertes Bildmaterial liefere, als dass es eine befriedigende Überprüfung des jungen Körpers ermöglichen würde. Zwar fänden in den ein oder anderen Hinterzimmern deutscher Gotteshäuser schon seit Jahren persönliche Kontrollen und Befragungen besonders auffälliger Ministranten und Schutzbefohlener statt, diese seien aber aufgrund des damit verbundenen Zeitaufwandes nicht mit allen jugendlichen Gottesdienern durchzuführen.

Zugleich mahnte die Priesterschaft auch die Eigenverantwortung mutmaßlicher Missbrauchsopfer an. Junge Männer und Frauen ab 6 Jahren setzten sich häufig über die Tatsache hinweg, dass allzu körperbetonte Kleidung in Verbindung mit unverbindlicher Offen- und Freundlichkeit zu "Missbrauchverständnissen" führen können – auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Zudem seien Gottes Wege unergründlich und lägen oft im Dunkel – was trotz viereinhalbjähriger Aktenanalyse von sieben Forschern, fünf wissenschaftlichen Mitarbeitern und ungezählten Hilfskräften eine hohe Dunkelziffer bedeute und personelle Konsequenzen ausschließe, denn am Ende könne man Gott nicht kündigen.