"Hätt' ich's doch lieber versoffen", so Günther Weihrauch (74), "und mit meiner Gerda öfters mal einen Urlaub gemacht und die sauer erarbeitete Kohle amtlich verlebt". Weihrauch steht nach eigener Aussage mit einem Bein im Grab, für eine ausgiebige Veräußerung seines Vermögens fehlt ihm die Zeit, Unwohlsein umnachtet ihn bei dem Gedanken, wem nach seinem Ableben das Vermögen zufallen könnte. "Nun ist es zu spät", sagt Weihrauch, denn "Das letzte Hemd hat keine Taschen".

Auf der PIETA 2017 – der Fachmesse für Bestattungsbedarf und Friedhofstechnik – entpuppte sich nunmehr eine Ausführungsvariante des "letzten Hemdes" nach diesjähriger Auswertung der Umsatzzahlen als Verkaufsschlager. Der Clou des Totenhemdes "Take away": Es hat Taschen. Jede Menge davon.

Letztes Hemd mit Taschen: Totenhemd "Take Away" – Postmortale Vermögensmitnahme

Letztes Hemd mit Taschen: Totenhemd "Take Away" – Postmortale Vermögensmitnahme

Ein schwäbischer Sarganbieter geht noch einen Schritt weiter und bietet mit seinem Sargmodul "Meins 1" dem vor dem Dahinscheiden stehenden Vermögenseigner die Möglichkeit, Geld und wertvollen Hausstand in weit umfänglicherem Ausmaß dem Diesseits zu entziehen und "mitzunehmen". Das Modul bringt in der Premiumausführung stolze 1.768 Kilo auf die Waage und mit Abmessungen von 3 x 3 x 1,5 Metern bedarf es klar einer Doppelgrabstelle.

Für den Mehraufwand und zu einem Preis von knapp 24.372€ inklusive Anlieferung und Einerdung erhält der Käufer allerdings eine ansehnliche Ausstattung: Nebst komfortabler Leichenablage und ausreichend Platz für einen Gast-Liegeplatz bestehen die Außenwände aus einer 30mm-Verbundpanzerung mit Ti-6Al-4V Titanlegierungen mit 48 integrierten, elektronisch gesicherten Schließfächern – ein unautorisierter Zugriff endet mit Hilfe kleiner C4-Applikationen... an Ort und Stelle.

Eine weitere Möglichkeit der Vermeidung der Vermögensübergabe an eine ungeschätzte Nachkommenschaft bietet die katholische Kirche. Gegen eine entsprechende testamentarische Verfügung garantiert das Unternehmen eine Platzreservierung in der eternalen VIP-Lounge. Eine weitere Alternative: Die Reinkarnationsversicherung der Allianz.