Lyrik am Sonntag

Unser Partnermagazin "Dicht & Kunst" präsentiert prosaische Höhepunkte der Literaturszene.

Tawörtz

Der Bäume Wipfel früh der Nebel barg
saß ich dort
und wusst' ich war
doch ohne Wort

Gepurzelte Geschöpfe
so gefönt
Hurtig, springt nur töfte
das Licht den Morgen krönt

Tawörtz!

Über mir der Sonne Schein
lag ich hyp auf der Tenuse
Der Tau – der Wiesenwein
Mich ergriff die Muße

Satire: Lyrik, Eichhörnchenbaby

Gefiederter Lieder Klingeklang
gar luftiges Getöne
und wenn ich ihre Verse sang
Oh Jubel, holareidulijöser

Tirili!

Es wupfelt im Grase,
es quebrilliert in der Höh'
es strawanzelt im Walde
und es reimt sich nicht

Pardauz! Pardauz!

Es schallt das Schnurkel
geknöllert Waberwim
dapustert Bimbel
Tawörtz!

 

 



Das sagt das Feuilleton


† PraisetheLord † (Dialogue littéraire):
Der Versuch einer betrachtenden Annäherung an dieses große Werk der jüngeren Deutschen Dichtkunst.

Stringent lyrischer Beginn, ab Strophe zwei fast schon ein wenig einlullend. Dann die verbale Explosion, quasi der Weckruf für die lesend dahin Siechenden. Hernach folgt die Rückkehr zum lyrisch Dümpelnden um im Anschluss dann per optischem Reiz zu provozieren. Aber gerade diese inszenierte Erregung muss hier ins Leere gehen, da der nackte, angsterfüllte Hamster beim Großteil der Leser keine Beschützernstinkte mehr heraufbeschwört, sondern eher Abwehrverhalten und Zurechtweisungswünsche. Nichtsdestotrotz ein gekonnt platzierter Skandal.

Zum Ende hin dann unter Zuhilfenahme vieler Fremdwörter eine Art Zerfleddern des inhaltlichen Anspruchs. Das Dichtwerk salbadert sodann wimmernd seinem Ende entgegen und hinterlässt den Leser in stundenlanger Fassungslosigkeit.
So auch mich.

Falko Knizia (Dicht & Kunst)
Die Absichten des Dichters offenbaren sich gerade in der Unfassbarkeit seines Werkes, welches in seiner intentionalen Grundkonzeption die Abkehr des Inhaltes von sich selbst forciert, hierbei jedoch die Disintegration des Nicht-Erwartens zurückführt in das Füllhorn der lyrischen Unschärfe einer dialektischen Konturenfindung. Insbesondere der visuelle Kontrapunkt, welcher scheinbar im Widerstreit zum verbalen Fluss seine Position bezieht, verdeutlicht die Zerrissenheit der zartfühlenden Dichterseele, welche in abrupter Auflösung rationaler Zuordbarkeit enden muss. Ihnen ist es fraglos gelungen, die Schemenhaftigkeit der emotionalen Unklarheit des gezielt provozierten poetischen Zerfalls in eine an sich unmögliche, greifbare Erfahrung zu transformieren.

† PraisetheLord † (Dialogue littéraire):
Krawehl!


PigPen (Poésie promille):
Din DADA dododo
(Georg Kranz)


Ich (Poésie et je):
Gegen so Negerreime hilft „Der Fernsehgarten“.

Mein Vater pflegte sonntags immer zum Frühschoppen zu gehen. Ich verstehe bis heute nicht, warum er nie mit einem neuen Kleidungsstück, stattdessen aber mit einer Bierfahne zurück kam.


DewaGue (Prose Universal):
Das hätte „Protestnik Vogon Jeltz“ nicht besser dichten können!
Wie man weiß, sollte man den Vogonen, nicht erlauben, einem Gedichte vorzulesen!
Bin mir nicht sicher ob dass für die geschriebene Variante auch gilt?
Oh, Kopfweh.


Miguel (Forêt bruyante):
Beseelte Waldwanderung

Klickerdiklack,
dahin ist nun des Hains Idyll,
Klickerdiklack,
auch steh´n die Münder niemals still,
Klickerdiklack,
über des ganzen Weges Breite,
Klickerdiklack,
marschiert die redsel´ge Meute,
Klickerdiklack,
und alsbald liegt in der Luft,
Klickerdiklack,
parfumdurchtränker Duft,
KlickerdiKLACK,
und das Getier der waldbestandnen Flur,
KlickerDIKLACK,
sucht sein Glück in hurt´ger Stampede nur,
KlickERDIKLACK,
wohlan Freunde, greift nun zum Stock alsbald!
KLICKERDIKLACK!
nun lasst uns fröhlich wandern im sanften Wald!


El_Blindo (LiteraWas?):
Der Bergdoktor liegt tot im Wald.
Kein Wunder, der Mann war furchtbar alt.


Phacops sp. (Littérature et ainsi):
Fällt das Hörnchen tot vom Aste,
In Omas offne Puderquaste,
Dann lacht der Opa sich halb krank.
Und feiert lautstark Erntedank.


Bill Dung (Littérature de merde):
Ich bin klein
mein Herz ist rein
meine Füße sind schmutzig
ist das nicht putzig?


Phacops sp. (Littérature et ainsi):
Sind die Reime leicht erkenntlich,
Ist die Kunst darin sehr endlich.
Denn was heute Lyrik heisst,
Sich das Reimen oft verbeißt.
Kunst, das ist wirklich wahr,
Kommt auch ohne sowas klar.

Und deswegen wollen wir nun,
das Reimen sein lassen.
Und konzentrieren uns auf unseren Bauchnabel
Ommmmmmmm

DewaGue (Prose Universal):
Findest du auch immer Fussel in dem Loch?

Phacops sp. (Littérature et ainsi):
Ständig. Außer im Freibad.


Bill Dung (Littérature de merde):
Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd,
in Bayern ist das umgekehrt.


Phacops sp. (Littérature et ainsi):
Holleri du dödl di, diri diri dudl dö

PigPen (Poésie promille):
Du warst einfach zu lang in der Jodelschule!

Phacops sp. (Littérature et ainsi):
Dafür nach 2 Jahren das Jodeldiplom…


Phacops sp. (Littérature et ainsi):
Unsere Dichterin Luise,
In der Lyrik schwelgte diese,
Produzierte viele Reime,
Mit den Silben voller Schleime,
Doch zu ihrem groß Verdruss,
Produzierte das Verschluss,
Eines Rohres in dem Bade,
Luise fand das auch sehr schade.
So nahm sie ihren Fernensprecher,
Rief den Klempner namens Becher.
Der eilte rasch zu ihrem Heime,
Sah die Reste ihrer Reime.
Und sprach zu der älterem Dame,
Hier ist kein Grund zu ihrem Schame.
Du magst zwar sein ne Dichterin,
Doch bei mir wird alles Dichter drin.
So sprach am Ende unser Klempner,
Und entnahm dem Rohr ’nen Zentner,
Voller Haare, Schmutz und Silben,
Die nun auf der Halde gilben.
Beim Erhalt der Rechnung gar,
Luise ward ganz sonnenklar,
Dass Handwerk einen gold’nen Boden hat,
Viel mehr als einer Lyrik Blatt.

PigPen (Poésie promille):
Ohne (weitere) Worte
Steh ich hier und hadre
Mit Wein
Zur Neige ging er
Lass das sein
Riet sie mir
Wollt nicht hörn
Drum bin ich
Hier.

Phacops sp. (Littérature et ainsi):
*plopp (undichterisch)
 

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9 Comments

    1. Sie sind und bleiben ein Romantiker!

    1. Ein Zitat von Mark Aurel hätte ich an dieser Stelle nicht erwartet.

  1. Der Hirsch, der röhrt im Röhricht,
    Das findet Kuh ganz schön töricht.

  2. Kaum kommt Gesang, mit Wein und Weib,
    hört zu das Meer, liegt weit und breit,
    bis dass es tobt und tost und schreit:
    Pro"mile" fordre ich eine Seel
    sonst tränk ich dich noch heut!
    Mit Salz und Sand und felsgem Stein,
    auf dass dich nimmer mehr die Lyrik freut!

    1. Unstet ist das Meer des Lebens, wild der Wellen Lauf,
      das Sinnen ob des Sinns vergebens, zieht doch der Sturmwind auf.
      Der Wind der Zeit, er schlägt Dir ins Gesicht,
      so Mann an Deck und Leinen los, ein Halten gibt es nicht.

      Suchst Du, oh Seemann, nach der richt'gen Route,
      so liegt sie dort, wo niemand sie vermutet.
      Oh Mann der Meere, nun schlag' ein und verzage nicht,
      Ungewissheit soll Dein Kompass sein, denn sie führt niemand hinter's Licht.

      1. Kommt Harpyien, das Meer beruhigt sich früh genug!
        so biet ich euch die Flanke, gleich sei es meine Stirn!
        Bewußt mit Liebe wählt den Augenblick,
        der meinen Trotz dereinst besiegt.

        Wal-hall ist nicht nur ein Gesang,
        den Babys noch im Mutterbauch erhöhrn.
        Es ist ein Ort zu suchen wir uns aufgemacht,
        bevor das Alter uns Gesetz gemacht:

        "Gemach" ertönt es überall, gemacht das Bett und
        bind dir dein Gemächt! So lebt der Mann in Wahrheit
        ein erfülltes Leben, der nicht scheu,
        die Morgenröte nicht zu sehn.

  3. Es rührt mich zu tiefst wie im Bild ein junges zartes Geschöpf so zärtlich und verständnisvoll an die große Welt des Fußballsportes heran geführt wird. Das ist Nachwuchsförderung meine Herren, da kann sich so mancher ein Beispiel nehmen!

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