Lyrik am Sonntag II

Unser Partnermagazin „Dicht & Kunst“ präsentiert prosaische Höhepunkte der Literaturszene.

Ode an das Nasenhaar

Oh du, der du dich wurstelst aus der Nüstern Tiefe
hinaus ans Licht du ragst,
auch wenn der Lüfte Gänge sekretisch triefen,
du nach höherem zu streben magst.

Nicht als Schmuck, dem Barte gleich,
erwächst du aus den Poren,
bleibst dabei geschmeidig weich
wie dein' Geschwister aus den Ohren.

Satire: Lyrik, Eichhörnchenbaby

Doch so sehr du dich auch mühen tust,
so bleibst du doch des Antlitz' Fluch.
Und ließe ich dich so gewähren,
würd's mein Werben doch erschweren.

So stehe ich und sehe dich,
hier vor meinem Badezimmerspiegel,
und betrachte es als meine Pflicht
dein Schicksal zu besiegeln.

Verbunden zwar – wir sind doch eins –
ist auch der deine, der Weg des Seins.
und so bleibt bei aller Einheit nur
die Nasenflora-Glattrasur.

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