Lyrik am Sonntag IV - Der Erlkönig

Unser Partnermagazin „Dicht & Kunst“ präsentiert prosaische Höhepunkte der Literaturszene.

Der Erlkönig

Wer streitet ob übler Software und Abgas vor Gericht?
Es ist die (deutsche) Autoindustrie – sie verliert das Gesicht.
Käufer, Kontrollbehörde, Umwelt- und Verkehrsminister,
von Vorstandchefs gefoppt – und nu' is' finster.

„Oh Unternehmen, warum habt ihr dies getan?“
„Weil wir keine andere Lösung ha’m!
Es schreit zwar alles 'Klimaschutz!',
doch viel PS ein deutsches Auto haben muss“.

"Du liebes Bisschen, kommt, und nehmt des Staates Geld,
wenn das Erforschen neu'rer Technik so ganz allein so schwer euch fällt.
Wir erlassen euch die Strafe und tragen euch nichts nach,
gesprochen haben wir uns aber nicht – falls mal jemand fragt.

Doch, oh Unternehmen, seht ihr nicht?
Dort zeigt der Chinese sein Gesicht!
Er ist schon da, wo ihr noch eilet hin,
und wir sehen schmelzen Eisberg und Konzerngewinn“.

Lyrik: Autoindustrie - Satire, oder?
Mahlzeit!

"So oder so, nur her mit diesem Fördergeld,
denn sonst der Standort Deutschland fällt.
Sicher, aber ungern, verlagern wie die Ärbeitsplätze,
sind niedriger woanders der Preis der Arbeit und die Steuersätze.

Wir geben zu, wir ha’m versagt,
doch Hauptsach’ ist, der Bürger zahlt!
Auch die Neugebühren, eins, zwei, drei,
für das böse CO2.“

Als Esel steht der Bürger da,
leise brüllt er IAA.
Bunt die Show und die Versprechen,
maßlos Betrug und das Gesetzebrechen.

Narhalla Marsch!


Fördergelder und Subventionen an die deutsche Automobilindustrie

Von 2007 bis 2017 hat die deutsche Automobilindustrie 969 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung von verschiedenen Bundesministerien erhalten. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/12370) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/12061) mitteilt, wurden außerdem in dieser Zeit 181 Millionen Euro für Investitionen gezahlt. (Quelle: Bundestag)

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