Manipulierte Gewichtsanzeige: Hersteller von Personenwaagen und Diätprodukten unter Verdacht

Ist Übergewicht nur Verbrauchertäuschung?

Offenbar schon seit Jahrzehnten werden Hundertausende Verbraucher via manipulierter Gewichtsanzeige zum Kauf von Diät-Produkten oder -Ratgebern verleitet. Was bis dato unter Abnehmwilligen als Witz galt, scheint nun Gewissheit: Die Waage lügt.

Untersuchungen von Verbraucherschutz und Stiftung Warentest zufolge suggerierten 6 von 10 geprüften Personenwaagen verschiedener Hersteller eine kontinuierliche Gewichtszunahme oder zeigten ein höheres Körpergewicht an, als auf einer behördlich geeichten Personenwaage. Die Spanne reichte hier von von 8 bis 16%, was bei einem tatsächlichen Körpergewicht von beispielsweise 70 Kilo einem vermeintlichen Übergewicht von 5,6 bzw. 11,2 Kilo entspricht.

Personenwaage - Manipulation
Nur schwerlich als zufällig einzustufende Fehlerbehaftung der Gewichtsanzeige

Die zunächst als „fehlerhafte Kalibrierung“ gedeuteten Ungenauigkeiten entpuppten sich bei genauerer Betrachtung der Geschäftsbeziehungen zwischen Personenwaagen-Herstellern und Anbietern von Diät-Präparaten als nur schwerlich als zufällig einzustufende Fehlmessungen der Geräte, was den Verdacht der unlauteren Verkaufsförderung von Diätprodukten erhärtet.

Besonders schwer wog die Manipulation im Falle einer Waage, welche beim Wiegen einer Feder ein Gewicht von 7,3 Kilogramm anzeigte. Die zugehörige Gans verweigert seit Ansicht der Einzel-Federgewichtanzeige die Nahrungsaufnahme, und wird seither als erstes gefiedertes Mitglied der Weightwatchers außerhalb des Kühlregals geführt.

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