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Margot Häberle aus Bernbronn versteht "des Gschiss" rund um die CIA nicht. In Ihrem Heimatort entgeht ihr und vielen ihrer Freundinnen nichts. Gar nichts. Und dies ohne das Abhören von "denne Smart-Telefone" oder "demm Inderned". Telefoniert wird in Bernbronn ohnehin gern auf der Terrasse, dem Balkon oder bei offenem Fenster. Außerdem sieht man ja, "wer mit wemm schwätzt ond was oiner dr ganz Dag machd", und auf den wöchentlichen Treffen der schwäbischen Landfrauen erfahre man "meh als se hera wellad".

Überwachung, CIA, Schwaben, Deutschland

"Alte Frau am Fenster": © Dorscha-Skulpturen (Mit freundlicher Genehmigung)
Überwachungskameras: © Dirk Ingo Franke (CC BY-SA 3.0)

Für Margot Häberle ist es vollkommen unverständlich, warum für soetwas wie Informationsbeschaffung ein derart horrender technischer Aufwand betrieben wird. "Viel z'deier!" und "nausgschmissas Geld". Margot weiß: Wenn sich NSA und CIA mehr in örtlichen Sport-, Traditions- und Narrenvereinen engagieren und – dieser Meinung ist auch ihr Mann Georg – regelmäßig den Stammtisch besuchen würden, ließe sich "a haidamäßigs Geld schbara" und sie wüssten, wer am letzten Donnerstag im Schwarzen Adler "an Haufa segglbleeda Scheiß nausgschwäddzt hodd".

Internationaler Terrorismus in Bernbronn? "Des hodds bei ons nie gäba!", Terror sei in Bernbronn hausgemacht. Z. B. wenn den Nachbarn an einem sonnigen Samstagnachmittag im Juli einfiele, Holz für den Winter zu sägen. Da könne man eine Armee in den Hinterhof schicken: "Wenn dr oine uffhört, no fängd dr ander a".

Zum Thema Terrorbekämpfung im Ausland weiß Margot zum Ende unseres Gespräches der Supermacht jenseits des Atlantiks denn auch noch einen guten Rat mit auf den Weg zu geben: Wenn die Menschen andernorts "an Schbarra hann", dann müsse man nur den Schillinger Karl schicken: "Des isch a richdigs Arschloch!".