Es weihnachtet sehr und besonders zu dieser Zeit der Besinnlichkeit und Nähe häufen sich Vorkommnisse häuslicher Gewalt, oder werden zumindest zur Weihnachtszeit als besonders unangebracht empfunden, ist es doch schließlich ein Fest der Liebe. Häufig leidet der Täter ebenso wie sein Opfer – vor allem dann, wenn sein "Ausrutscher" Spuren hinterlässt, die Nachbarn, Freunden und Bekannten nicht im Verborgenen bleiben, und vornehmlich "Ihn" in ein schlechtes Licht rücken, welches auch "Sie" nach vorangegangenem Übergriff gleichermaßen scheut.

138.893 gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt – vornehmlich gegen Frauen – meldet die Statistik des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2017, und das Kosmetik-Start-Up Brûtal weiß mit seiner Make-Up-Serie Passé die Bedürfnisse von Täter und Opfer gleichermaßen zu adressieren, gestaltet sich das Image-Pflege-Set doch als hervorragendes Geschenk des wahren Gentlemen mit unkontrolliertem Aggressions- und nachtätlichem Reueverhalten für die ausgelieferte Dame seiner handfesten Zuwendung – oder jene, welche verständnisvolle Nachsichtigkeit auch nach einer Tracht Prügel nicht für fehl am Platze und (trotzdem) zu ihrem "Schatz" hält. Kosmetik-Schwamm drüber.

Häusliche Gewalt - Gewalt gegen Frauen

Passé: Tageslichttauglichkeit für die Dunkelziffer

Auf unsere Anfrage, ob die Zahl der gemeldeten und somit geschäftsrelevanten Anwendungsfälle nicht zu gering sei, um einen nachhaltigen Geschäftserfolg zu gewährleisten, ließ Brûtal wissen, dass sich die Unternehmenskalkulation weniger auf die gemeldeten Fälle denn auf die Dunkelziffer, sprich nicht zur Anzeige gebrachte Übergriffe stütze.

Mögliche Kritik weist Brûtal zudem entschieden zurück: Solange es Männer gäbe, welche sich nach Anwendung von Gewalt gegenüber Frauen noch als solche bezeichneten und die Unfähigkeit zur gewaltfreien Konfliktlösung in der Weise, alsdass das Thema beiläufig medial beleuchtet werde, eine gewisse Irrelevanz und somit Quasi-Salonfähigkeit erfahre, gäbe es keinen Anlass, das Geschäftsmodell in Frage zu stellen.