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In unzähligen Gaststätten und Restaurants des Landes sind Kinderteller fester und dabei beliebter Bestandteil der Menükarte. Lebensmitteltester der Stiftung Warentest haben nun das Angebot von 16 Gastronomiebetrieben auf Herz und Nieren geprüft und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Die Qualität der hier gebotenen Speisen liegt deutlich unter dem erwartbaren Durchschnitt.

Weit schwerer wiegen jedoch die Ergebnisse der Laboruntersuchungen: Bis auf eine Ausnahme wies keines der unter dem Begriff "Kinderteller" vertriebenen Gerichte auch nur im Ansatz Spuren von Kindern oder Säuglingen auf. "Das ist Verbrauchertäuschung par excellence", so Gerhard Übel von der Stiftung Warentest. "Den Gästen wird offenkundig seit Jahrzehnten der vermeintliche Verzehr von hochqualitativem Kinderfleisch vorgegaukelt." Übel spricht unumwunden von Betrug.

Ein Lichtblick: Der Kinderteller immerhin eines Gastbetriebes enthielt das angepriesene Lebensmittel und erhielt als einziger im Testfeld die Gesamtnote "befriedigend". Der Wirt des Testsiegers befindet sich allerdings in Untersuchungshaft. Er hielt die Kinder über der gesetzlich verordneten Lagertemperatur von 4 Grad in einem Freiluftgehege im Außenbereich seiner Gaststätte – ein grober Verstoß gegen das Kühlkettenmanagement – wofür er die zunächst vergebene Note "gut" einbüßte. Zudem waren die Kinder ungeschützter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, was die Kontamination des Fleisches mit Salmonellen begünstigt und eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit darstellt.

Kinderteller