Hach, es wurden seinerzeit einfach zu wenige gekreuzigt, deren Leben und Wirken man hätte in den Beweis der Existenz eines überirdischen Wesens ummünzen können, und deren Ablebens- und Wiederauferstehungsgedenken für ein deutliches Mehr an Feiertagen und innerer Einkehr Sorge getragen hätte. So beließ man es aber, wohl weniger aus Mangel an Einfalt denn an Kreativität, bei einer Wesenheit, die man, ob des Bedürfnisses nach Göttervielfalt angesichts einer absehbar monotheistischen Ausrichtung in Zeiten der Vielgötterverehrung, der Einfachheit halber dreiteilte.

Gott sei Dank wählte man zum Zwecke der Verbildlichung oben stehenden Umstandes nicht eine entsprechende Form der Marter. Zumindest aber schien es den Marktetingverantwortlichen früh bewusst gewesen zu sein, dass eine Drei- oder gar Vierteilung anstatt einer Kreuzigung eingedenk notwendiger Bildnisse in den Stätten der Gottesdienerschaft doch eher für Verstörung gesorgt hätte, als für eine nachhaltige Förderung eines Erlösergedankens.

Angesichts des gewählten Erlösermotivs allerdings und nach analytischer Betrachtung nicht wirklich eine gelungene Kampagne, denn bei dem Gedanken an Erlösung möchten einem doch schönere Dinge in den Sinn kommen, als die Vorstellung, mit durch Arme und Beine getrieben eisernen Nägeln an einem Lattengerüst befestigt in der sengenden Mittagssonne, umgeben vom Wehgeschrei und schmerzerfüllten Jammern der Mitgekreuzigten an den Nachbargerüsten, der Madenablage von Fliegen und Seitenhieben von römischen Kreuzwächtern ausgesetzt zu sein, und schlussendlich mit blutverkrusteten Augen dem Tode entgegen zu sehen – und dabei wie von Sinnen nach seinem Vater zu schreien, der einen offensichtlich und vorsätzlich genau an diesen Ort und zu diesem Schicksal führte.

Dennoch ein Halleluja und ein Hoch auf eine Botschaft, die es in sich hat:

"Siehe, dies geschieht, folgst du nicht dir selbst und bedienst dich dabei nicht deines eigenen Verstandes – der dir von Gott gegeben!"

 

So Du empört, so frage Dich...

  1. Folgt Gott einem anderen oder folgt er keinem anderen als sich selbst?
  2. Erschuf Gott sich einen geist- und willenlosen Diener oder erschuf er den Menschen nach seinem Bilde – und so wohl auch nach seinem Geiste?
  3. So Gott keinem anderen folgt und den Menschen nach seinem Bilde schuf, ist dann nicht wohl anzunehmen, dass dem Herrn daran gelegen ist, dass seine Menschenschöpfung sich auch des Verstandes bedient, den er ihr gegeben, und mithin die Verantwortung für sein Tun auf seinen eigenen Schultern trägt?

...und fürchte die Antwort, die Du kennst.

 

Schöne Ostern!