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Die SPD hat es nicht leicht. Auf der einen Seite die wiederentdeckten Grundwerte der Sozialdemokratie, auf der anderen die bis dato erfolgreiche Beweisführung, dass unsoziale und wirtschaftsliberale Politik auch ohne die FDP machbar ist.

In diesen Zeiten eine Neuausrichtung der SPD im starren Rahmen einer großen Koalition angehen zu wollen ist selbstredend aussichtslos, und vergleichbar mit dem Vorhaben, ein Gebäude durch Abriss sanieren zu wollen.

Kein Wunder also, gönnt sich der derzeitige Bauherr, Martin Schulz, angesichts eines – einer Abrissbirne nicht unähnlichen – Wahlergebnisses ein bisschen mehr Zeit. Teils, um seine Tränensäcke zu entleeren und damit seinen Vorgarten zu bewässern, teils, um für die Entscheidungsflucht ein geeignetes Fahrzeug zu organisieren.

SPD: Große Koalition? Vielleicht!

Vorrangiges Kennzeichen eines Entscheidungs-Fluchtfahrzeuges ist der Stillstand, derweil Gegenstand und Grundlage einer Entscheidung sich naturgemäß von selbst entfernen – in diesem Fall die Gunst, das Vertrauen und die Zustimmung des Wählers.

Bis 21. Januar will es die SPD-Führung nun richten und das Stimmungsbarometer unterhalb von 10% drücken. Damit wäre zumindest eine moralische Mehrheit im Bundestag nicht mehr gegeben und der Boden für eine gleichwohl moralisch begründete, gar ehrhafte Ablehnung der Fortführung einer großen Koalition geebnet – und die SPD aus dem Schumacher Schneider.