Die Präsidenten der Wirtschaftsverbände Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) haben in einer gemeinsamen Erklärung vor einer möglichen Erhöhung des 2005 durch Rot-Grün um 11% gesenkten Spitzensteuersatzes gewarnt.

"Die Wirtschaftsverbände sind entsetzt, die FDP alarmiert", heisst es dort weiter, und auch hier in der Redaktion sitzt der Schock tief und die ersten Kollegen traten spontan in den solidarischen Hungerstreik - wobei dieser nach einem kurzen Blick auf ihre Gehaltszettel noch größerem Entsetzen weichen dürfte. Was die FDP angeht, so bedarf es bereits der Leistung eines laufzeitverlängerten Atomkraftwerks, um alle Alarmleuchten mit ausreichend Strom zu versorgen.

"Höhere Einkommenssteuer bedeutet weniger Geld für Investitionen, Innovationen und weniger Arbeits- und Ausbildungsplätze", so DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann in dem Artikel. In der Redaktion von DER ZEITSPIEGEL herrscht die einhellige Meinung, dass dies bisher auch ohne Androhung einer Spitzensteuersatzerhöhung erreicht wurde.

Sichtlich von Hunger und wutgeschwängertem Bluthochdruck gezeichnet: H.H. Driftmann, Präsident des DIHK

Foto: Michael Henry (CC BY-SA 3.0 DE)

In Anbetracht der massiven Bedrohung durch den Fiskus traf man sich umgehend in einem notdürftig eingerichteten Feldlager des DIHK-Vorstands bei Wasser und Brot und kaute sich im Schein der Fackeln, zum Teil aus Gründen massiver Unterernährung, gegenseitig ein Ohr ab. Nach der unter Tränen vorgetragenen Zusammenfassung der möglichen Folgen einer Spitzensteuersatzerhöhung erlagen bereits viele der Anwesenden letalen Schwächeanfällen oder erleideten komplette Nervenzusammenbrüche und mussten ärztlich und psychologisch betreut werden.

Ein letztes Aufgebot von sichtlich gezeichneten Interessensvertretern und Parteifreunden aus der FDP hat sich indes mit Ziel Berlin in Marsch gesetzt und droht mit unbefristetem Hungerstreik. Kirche und Seuchenschutz sind alarmiert, um den Sterbenden das letzte Geleit zu geben und der Bevölkerung den Anblick der hässlich ausgemergelten Kadaver einst stattlicher Verbands- und Parteimitglieder zu ersparen.

Spitzensteuersatzerhöhung: Hungerstreik

Spitzensteuersatzerhöhung: FDP droht mit Hungerstreik

Dass Hunger zur Einschränkung des Denkvermögens führt, ist weithin bekannt und findet hier Bestätigung, sonst wäre man im Tal der Tränen auf die Idee gekommen, im Rahmen einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes* eine Anhebung der Bemessungsgrundlage desselben oder eine angemessene Vermögenssteuer anzuregen, anstatt vor den Augen von Familien und Arbeitslosen den Mittelstand ins Steuer-Martyrium zu transzendieren.

* Spitzensteuersatz aktuell: 42%, ab jedem verdientem Euro über 52.152 € / 104.304 € Jahreseinkommen.


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