Am Dienstag werden die Vorstandschefs von BMW, Daimler und VW im Weißen Haus erwartet. Die deutschen Autobosse beenden damit die Übergangsphase von der bisher unter "Lobbyarbeit" verbuchten Einflussnahme auf Regierungsentscheidungen hin zur direkten Regierungsarbeit.

Der lang erwartete Schritt wird auch von Seiten weiterer Wirtschaftsbranchen begrüßt, bedeutete der bis dato übliche Umweg über offizielle Regierungs- oder Parlamentsinstanzen doch in der Regel kurz- bis mittelfristige Verzögerungen hinsichtlich der Überführung wirtschaftlicher Interessen in gesetzliche Vorgaben und Regelungen, z. B. bezüglich nationaler wie internationaler Marktgestaltung und damit verbundener Regulierungs- bzw. Deregulierungsmaßnahmen sowie nationaler arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Aspekte, bishin zur Migrationspolitik.

Das Treffen wurde bereits im Juli diesen Jahres im Rahmen eines Treffens deutscher Autokonzernchefs mit dem US-amerikanischen Botschafter Grenell von den Vorstandschefs Herbert Diess (VW), Dieter Zetsche (Daimler), Harald Krüger (BMW) und Elmar Degenhart (Continental) sowie dem Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, vorbereitet.

Während das Treffen seinerzeit von der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles ("Wir sind doch keine Bananenrepublik!") kritisiert wurde, stellte Andrea Nahles auf Anfrage von DER ZEITSPIEGEL klar, dass ihre Kritik nicht der Einflussnahme der Konzernchefs, denn der Einmischung des nicht verhandlungsbefugten US-Botschafters galt. Ihr "korrigierender Hinweis" sei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) – welche sich ihrerseits zu keinerlei Stellungsnahme bereit erklärten – abgestimmt gewesen.

Im weiteren Verlauf des Regierungsüberganges wird nun die Wahl von Friedrich Merz zum CDU-Bundesvorsitzenden erwartet, welche nach dem Willen der Wirtschaftsverbände mit 76 - 83% der Stimmen vollzogen werden soll. Die Übernahme der Kanzlerschaft ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen. Mit der Entlassung der Bundestagsabgeordneten und deren Ersatz durch Interessensvertreter diverser Wirtschafts- und Finanzkonzerne (Stichwort: Meinungsvielfalt im Bundestag) soll die Regierungsübernahme der Wirtschaft spätestens in den Sommermonaten 2019 ihren Abschluss finden.

Hinsichtlich der zukünftigen Besetzung der Regierungsbank ist offenbar auch bereits der erste Ministerposten gesetzt: Der bisherige Siemens-Vorstandsvorsitzende, Joe "Vermögensbildung durch Aktien" Kaeser, wechselt nahtlos ins Bundesministerium für Arbeit und Soziales und soll die von Friedrich Merz anvisierte Alterssicherung durch Aktien auf rentengesetzliche Fundamente stellen.

Auch Bayer-Vorstand Werner Baumann werden gute Chancen eingeräumt. Ihm könnte das Ressort Wirtschaft überantwortet werden, welches bis dato nur unter der Hand die Unfähigkeit deutscher Großunternehmen zur nachhaltigen globalen Marktbehauptung und nationalen Arbeitsplatzsicherung zu kompensieren vermochte – was nun offen prozessiert werden könnte, indem Massenentlassungen nach Fehlentscheidungen im Top-Management direkt durch Aktiengewinne (durch Personalabbau) des abgebauten Personals selbst abgefedert werden können, welches via Privatabsicherung durch Aktien am eigenen Jobverlust zu gewinnen vermag - dank Friedrich Merz' und Joe Kaesers Zukunftsvisionen.

Weitere Informationen zum Thema "Staatsstreich" und "Gewinnbeteiliung am eigenen Arbeitsplatzverlust" folgen in Kürze.