Aus für Andy Borg im Musikantenstadl

Sichtlich bewegt: Andy Borg nach dem Stadl-Aus

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Kritiker des Musikantenstadl sprachen zuletzt offen von einem abgekarteten Spiel von ARD und Deutscher Rentenversicherung. Von vorsätzlicher "letaler Geselligkeit“ war die Rede, von "blasmusikalischer Demenzförderung" und "heimatgefühlsbetontem Generationskahlschlag". Zwischen routinierter Schunkelapathie und programmatischem Polka-Trauma riss es spitzen Zungen zufolge vor allem ältere Zuschauer regelmäßig vom Fernsehsessel direkt auf die Intensivstation.

Vor 3 Tagen dann die Meldung ob eines gänzlich radikalen Neuanfangs: Das Onlinemagazin CHIP meldete, ein virtueller Heinz Schenk solle den bisherigen (leibhaftigen) Moderator Andy Borg beerben. "Wo ein großer Teil unseres Stadl-Publikums bald hingeht, ist Schenk schon etabliert", lauteten die zuversichtlichen Worte des ARD-Unterhaltungschefs Thomas Schreiber. Zudem ließe ein computergenerierter Entertainer genügend Raum für die Ansprüche einer jüngeren Generation. Hätte man die Personalie allerdings weiter verfolgt, so wären zukünftig wohl auch für verstorbene Fernsehzuschauer Rundfunkgebühren fällig geworden. "Nicht durchsetzbar", urteilte die ARD.

Auch der Ansatz, die samstagabendliche Musikshow mit sportlichen Inhalten zu verknüpfen, konnte sich nicht etablieren. Der diesbezüglich als Moderator ins Spiel gebrachte Lothar "Gewollt hab ich schon gemocht, aber gedurft ham sie mich nicht gelassen" Matthäus - selbst gern in Tracht und mit einer Vorliebe für das jüngere "Publikum" und unterhaltsame Denkanstöße aus kurzer Distanz - hatte gute Voraussetzungen für einen Neustart, scheiterte aber an der Maßgabe vermittelbarer Deutschkenntnisse. Das Rennen bleibt also offen.

In der Fan- und Musikgemeinde stößt das Ausscheiden Andy Borgs derweil auf massiven Widerstand. Schon kurz nach der Pressemitteilung drohten die Kastelruhter Spatzen zukünftig wieder selbst Musik zu machen, ein Jodel-Trio aus dem Engadin mit einer Freejazz-Variante des Erzherzog-Johann-Jodlers und Marianne und Michael mit der Fortsetzung ihrer Karriere.