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Los Angeles (ZS). Lange hatte sich der wegen des Skandals ob falscher Abgaswerte von Dieselfahrzeugen von VW in US-Haft befindliche VW-Manager Oliver Schmidt gegen ein Geständnis und eine Verurteilung gewehrt. In Anbetracht einer möglichen Höchststrafe von 169 Jahren entschloss sich Schmidt jedoch im August letzten Jahres, nach einer Vielzahl von Ausflüchten und Darlegungen, welche seine Unwissenheit unterstreichen sollten, für eine wahrheitsgemäße Aussage. Das Urteil: 7 Jahre Haft und eine saftige Geldstrafe.

Nun wurde Oliver Schmidt post-damnatio für den 1. Living-Fiction-Oskar nominiert. Die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences bezeichneten die (anfänglichen) Falschaussagen des inhaftierten und inzwischen von VW entlassenen Managers als "würdigungswerte Kreativleistung mit anhaftend schamloser Fantasie". Gerne hätte man den Autokonzern selbst nominiert, doch das strenge Reglement gestatte keine Unternehmensauszeichnungen.

VW-Abgasskandal - 1. Non-Fiction-Oscar

Und der Oscar für die unverschämteste Produktlüge geht an...

Als besonders herausragend konnotierten die Akademiemitglieder die glänzende Erzählstruktur und "schon fast glaubwürdige Bekundung vollkommener Ahnungslosigkeit – was für eine Performance!".

VW selbst hält sich zur Nominierung noch bedeckt, beklagt aber Quellen zufolge die fehlende Honorierung der kreativen Lügenleistung im eigenen Lande.