Wenn Wespen Ihre Nasenlöcher für eine prima Wohnung halten…

…ist höchste Aufmerksamkeit geboten, denn schnell kommt es zu Missverständlichkeiten in Sachen Hausfrieden und Mietrecht.

Wespen neigen hin und wieder dazu, sich einem Menschen und hierbei speziell seinen Nasenlöchern auf aufdringliche Art zu nähern. Das liegt daran, dass aus Sicht der Wespe just ein Glücksfall eingetreten ist. Namentlich der, der vollkommen unvorhergesehenen Entdeckung zweier äußerst attraktiv erscheinenden Eingänge zu zwei höchstwahrscheinlich ebenso äußerst attraktiven Wohnhöhlen. Aufgrund der unter Wespen vorherrschenden Individual-Wohnraumknappheit sind hier – aus Sicht der Wespe – umgehend Verfügbarkeit und Qualität zu prüfen, und ggf. der sofortige Einzug zu veranlassen. Dabei ist es für eine Wespe vollkommen unerheblich, ob die zwei Höhleneingänge Bestandteil eines größeren und dabei auch noch sich selbst bewussten Systems (Mensch) sind oder nicht – was aber niemals als Angriff missverstanden werden sollte, denn als beflissentliche Ignoranz gegenüber Verhältnissen, die unter Wespen als „Spaßbremse“ gelten.

Wespen, Mietvertrag – Satire, oder?
Spontane Wohnraumerkundung: Auch Wespen bevorzugen individuelles Wohnen. Kein Problem – mit einem Mietvertrag.

Für den Fall, dass auch Ihre Nasenlöcher in den Fokus der Aufmerksamkeit von Wespen geraten sind, raten Experten des NABU zu überlegter Vorgehensweise. Demnach sollten betroffene Nasenlocheigentümer:

1. das Gespräch suchen

Häufig lassen sich Missverständnisse, z. B. in Sachen Verfügbarkeit oder Raumnutzungsbedingungen, mittels einer Unterredung klären. Machen sie als Wohnraumeigentümer den ersten Schritt. Während des Gesprächs ist darauf zu achten, nicht allzu stark zu atmen, denn Wespen verstehen ausgeatmete Luft, bzw. deren Kohlendioxidgehalt als Alarmsignal. Schnell kann es aufgrund derlei Unachtsamkeiten zu Fehlinterpretationen des Sachverhaltes kommen.

2. einen rechtssicheren, stets befristeten Mietvertrag bereithalten

Deutsche Gerichte sehen sich in diesen Zeiten einer Flut von Klagen gegenüber, welche zu einem großen Teil auf nicht eindeutig geregelten Vertrags- und Rechtsverhältnissen sowie verschiedener Auffassung von Selbst- und Menschenverständlichkeit beruhen. Hier gilt es mittels rechtssicherer Vertragsvereinbarungen unnötige juristische Auseinandersetzungen von vornherein auszuschließen. Eine Vielzahl von Rechtsanwälten oder Rechtshilfevereinen stellen zu diesem Zwecke Vorlagen von Miet- oder Zeitmietverträgen zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung.

3. Besuche von Freunden und Verwandten vertraglich einschränken

Wespen sind über wenige Ecken mit tausenden von Artgenossen befreundet, wahrscheinlicher aber eher verwandt. Nicht selten können darauf beruhende soziale Verpflichtungen von Seiten der Wespen das Mietverhältnis strapazieren. Sorgen Sie rechtzeitig für eine vertragliche Beschränkung von freundschaftlichen oder verwandtschaftlichen Besuchen – sowohl zeitlich als auch die Häufigkeit betreffend.

4. klare Tag- und Nachtruhezeiten vereinbaren / das Abspielen lauter Musik untersagen

Wespen sind in der Regel nächtlich ruhige Mitbewohner, derweil der Tag zur Gänze dazu genutzt wird, sowohl den täglichen Verpflichtungen als auch vergnüglichen Dingen nachzukommen. Allerdings werden des Nachts gerne auch mal Ausbesserungs- oder Verschönerungsmaßnahmen an der Heimstatt vorgenommen. Unmissverständlich vereinbarte Ruhezeiten sorgen hier für ein geregeltes Miteinander.

5. Feierlichkeiten auf eine Maximalzahl begrenzen

Aufgrund der unter Punkt 3 angeführten Vielzahl von Freundschafts- und Verwandschaftsverhältnissen ist es ratsam persönliche Festaktivitäten oder Familienfeierlichkeiten auf eine fixierte Anzahl zu beschränken. 4 Feierlichkeiten im Jahr sollten dabei eine einvernehmliche Obergrenze darstellen. In einigen, ungeregelten Fällen wurde von bis zu 8 Geburtstagen pro Tag berichtet – speziell im Frühjahr – was die Dringlichkeit einer derartigen Regelung verdeutlicht.

6. Untervermietungen ausschließen

Wohnraum ist knapp oder in Sachen Wespennest hoffnungslos überbelegt. Von daher ist laut Experten naturgemäß davon auszugehen, dass die Wespe aufgrund ihrer sozialen Veranlagung und Verpflichtung dazu geneigt ist, eine unbegrenzte Zahl von Untermietverhältnissen einzugehen. Die Abschlagung eines Wunsches eines Freundes oder gar Familienmitgliedes gilt unter Wespen als Unsitte. Schieben Sie derartigen Verhältnissen rechtzeitig einen Riegel vor.

7. nebst Logis auch die (von Wespen meist vorausgesetzte) Mitverpflegung adressieren

Unter Wespen wird zumeist alles, zumindest aber das Meiste geteilt. Zwar werden knappe Ressourcen auch mal zur Sicherung des Individualverzehrs gegenüber Anwärtern auf Mitesserschaft verteidigt, doch sind genügend Lebensmittel vorhanden, sind der Großzügigkeit der Wespe keine Grenzen gesetzt – unabhängig von den Eigentumsverhältnissen hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel. Vereinbaren Sie gleich zu Beginn nebst des Mietzinses einen angemessenen Zusatzbeitrag für die Kost, denn „Kost und Logis“ sind für Wespen im Rahmen der Untermieterschaft bei Menschen untrennbar miteinander verbunden – und nicht als Affront gegen menschliche Selbstverständlichkeiten zu verstehen.

Sind o. g. Details geklärt, so steht einem harmonischen Miteinander nichts im Wege.

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